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Rudolf Zersch in  Bad Köstritz  

Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße
Bilder:
Zum Gedenken an Rudolf Zersch wurde eine Straße im Neubaugebiet „Am Rosenhügel“ nach ihm benannt.
Hartmannsdorf.Info Hartmannsdorf.Info
Weitere Informationen:
Die Familie Zersch:
Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Belegschaft und die Familie Zersch Belegschaft und die Familie Zersch Die Fürstliche Brauerei um 1910 Die Fürstliche Brauerei um 1910
Standort Villa Zersch Standort Villa Zersch
Standort Villa Zersch
Ernst Rudolf  Berhard  Zersch, Sohn einer Brauerfamilie, ausgebildeter Landwirt, Offizier im Krieg 1870/71, Inspektor von vielen Gütern, Ökonomierat * 13. Dezember 1845  in Neuhaldersleben bei Magdeburg    02. Februar 1907 in Meran / Südtirol
Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat
Rudolf   Zersch   wurde   als   Sohn   des   Guts-   und   Brauereibesitzers   Theodor   Zersch   in   Neuhaldersleben   als   Sproß   einer   alten   Brauerfamilie   geboren.   In   der   Landwirtschaft   ausgebildet   und   als erfahrener   Inspektor   einer   Reihe   von   Gütern,   hatte   er   als   Offizier   am   Deutsch-Französischen   Krieg   1870/71   teilgenommen   und   nach   der   Heimkehr   die   Domänen   in   Köstritz,   Dürrenberg   und Hartmannsdorf gepachtet. Nun kam die Brauerei dazu.
Zersch   hatte   einen   schweren   Start   in   Köstritz.   Nicht   nur   war   1872   bei   einem   Brand   erheblicher   Sachschaden   eingetreten,   auch   die   Einrichtung   der   Brauerei   ließ   in   ihrem   Zustand   zu   wünschen übrig, vor allem aber war die Bierbereitung über den ganzen Ort verstreut.
Unter   diesen   Umständen   erwies   es   sich   als   Glücksfall,   dass   seit   1874   Braumeister   Carl   Holomoucky   aus   Hostiz   in   Böhmen   tätig   war.   Vertraglich   hatte   die   Herrschaft   Reuß-Köstritz   bestimmt, „dass sich Herr Zersch zum Betriebe seiner Brauerei und Mälzerei eines Braumeisters zu bedienen hat“.
Rudolf   Zersch   richtete   nun   sein   Augenmerk   darauf,   den   Betrieb   zu   modernisieren   und   zu   erweitern,   die   Kundschaft   mit   neuen   Biersorten   zu   gewinnen   und   diese   mit   Methoden,   die   auch   eines modernen Marketings würdig wären, bekanntzumachen und zu vertreiben.
Als   Gründer   des   Landwirtschaftlichen   Vereins   Köstritz,   Mitglied   des   Deutschen   Landwirtschaftsrates   zu   Berlin   und   in   Verehrung   für   die   Politik   des   Reichskanzlers   Otto   von   Bismarck   sandte Rudolf   Zersch   spätestens   seit   1883   alljährlich   am   1.   April   ein   Fass   „Blume   des   Elsterthales“   zum   Geburtstag   des   Eisernen   Kanzlers.   Dieser   bedankte   sich   am   14.   April   1883:   „….kann   ich   nicht umhin,   der   ausgezeichneten   Qualität   der   ‚Blume   des   Elsterthales‘   meine   ausdrückliche   Anerkennung   zu   zollen   und   meine   Genugtuhung   darüber   auszusprechen,   daß   wir   auch   außerhalb   Bayerns ein so gutes Bier herstellen können.“
Zur   Sicherung   der   weiteren   Entwicklung   wurde   mit   einem   sehr   umfangreichen   Pachtvertrag   vom   21.   Dezember   1902   zwischen   Seiner   Durchlaucht   Herrn   Heinrich   XXIV.   Jüngerer   Linie   Fürsten Reuß-Köstritz   und   Herrn   Oekonomierat   (mit   diesem   Titel   seit   1887   ausgezeichnet)   Rudolf   Zersch   in   Köstritz   die   Pacht   bis   zum   Jahre   1938   verlängert   und   der   Neubau   der   Braustätte   mit   einer Kapazität von 30.000 hl und möglicher Erweiterung vereinbart.
Rudolf   Zersch   konnte   noch   alle   Bauarbeiten   vorbereiten   und   am   30.   April   1906   den   Grundstein   legen.   Den   ersten   Sud   am   06.   Februar   1908   hat   er   jedoch   nicht   mehr   erlebt;   am   2.   Februar   1907 ist er im 62. Lebensjahr in Meran während eines Kuraufenthaltes verstorben.
Im   „Elsterthal-Boten“   wird   er   charakterisiert   als   „unser   bester   Bürger,   der   größte   Industrielle   und   der   bedeutendste   Landwirt   unseres   Ortes,   der   zuverlässigste   Hort   und   Wohltäter   zahlreicher Armen   und   Schwachen,   der   aufrichtigste   Freund   seiner   näheren   Bekannten,   der   treueste   Berater   und   Fürsorger   seiner   Familie“.   Es   ist   hier   nicht   der   Raum   zu   würdigen,   was   Rudolf   Zersch   in   den 35   Jahren   seines   Wirkens   in   Köstritz   auf   allen   Gebieten   bewirkt   hat,   als   Brauer   und   Landwirt,   als   Remonten-Züchter   wie   als   Betreiber   einer   Baumschule   und   als   Rosengärtner,   als   gemeinsinniger Bürger und echter Menschenfreund.
Aus   der   Ehe   Rudolf   Zerschs   mit   Margarethe   Boockmann   waren   acht   Kinder   hervorgegangen,   von   denen   drei   das   Kindesalter   nicht   überlebten.   Alle   drei   Söhne   traten   als   Mitinhaber in das väterliche Unternehmen ein, Kurt noch zu Lebzeiten des Vaters 1904, Rudolf 1907 und Dr. jur. Wilhelm 1920.
Alle   drei   Brüder   nahmen   auch   als   Offiziere   am   Ersten   Weltkrieg   teil,   alle   sind   sie   im   besten   Mannesalter   gestorben:Kurt   (1876   –   1928   im   Alter   von   52   Jahren),   Rudolf   (1881   –   1939 im 58. Lebensjahr) und Wilhelm (1888 – 1944 56 Jahre alt).
Rudolfs   Ehe   blieb   kinderlos.   In   der   Ehe   Dr.   Willy   Zerschs   wurde   eine   Tochter   geboren.   Der   Ehe   Kurt   Zerschs   mit   Helene   Steffens   entstammten   eine   Tochter   und   ein   Sohn   –   Diplom-Braumeister Rudolf   Kurt   Zersch,   der   1935   in   die   Brauerei   eintrat,   in   der   Ehe   mit   Trudel   Luer   fünf   Kinder   hatte   und   am   25.   Juni   1946   in   sowjetischer   Kriegsgefangenschaft   in   den   Wäldern   von   Wologda verstarb,   nachdem   er   bereits   im   Sommer   1945   aus   dem   Wehrdienst   entlassen   worden   war.Diesen   Generationen   war   es   auferlegt,   das   väterliche   Erbe   durch   zwei   Weltkriege,   durch   Inflation   und Weltwirtschaftskrise zu führen.
Als   Nachtrag   zum   Pachtvertrag   des   Jahres   1902   vereinbarte   Prinz   Heinrich   XXXIX.   mit   den   Erben   des   Oekonomierathes   Rudolf   Zersch,   nämlich   seiner   Witwe   und   den   drei   Söhnen   Kurt,   Rudolf und   Dr.   jur.   Willy   eine   Verlängerung   der   Pachtdauer   bis   1958,   wobei   die   Erfahrungen   aus   der   Inflation   und   den   Investitionen   berücksichtigt   wurden.   Als   die   Brüder   Zersch   1935   das   60-jährige Pachtjubiläum   (seit   1875)   begingen,   wurde   eine   Reihe   von   Unterstützungsmaßnahmen   beschlossen   und   der   Grundstein   zu   einer   Rudolf-Zersch-Siedlung   gelegt,   in   die   im   Mai   1936   zwölf Arbeiterfamilien einziehen konnten.
Eine   Zeitlang   war   die   Brauerei   an   der   Verlagsdruckerei   „Elsterthal-Bote“   beteiligt.   Jahrzehntelang   waren   der   Brauerei   auch   Gärtnerei   und   Landwirtschaft   angeschlossen.   Rudolf   Zersch   erwarb und   bewirtschaftete   1926   das   Rittergut   Hartmannsdorf,   1927   das   Rittergut   Krossen   und   1937   auch   das   Schloss   Krossen   mit   dem   zugehörigen   Park.   In   Hartmannsdorf   ließ   er   u.a.   eine   Molkerei und Geflügelfarm, Viehweiden und Kirschplantagen anlegen und einen Glockenturm errichten.
Dr.   Willy   Zersch,   seit   1935   Ratsherr   der   Stadt   Bad   Köstritz,   war   den   Musen   zugewandt,   gewann   den   Architekten   Paul   Schultze-Naumburg   (1869   –   1949)   für   verschiedene   Bauten,   förderte   den Maler   Otto   Dix   und   wirkte   zusammen   mit   seinem   Bruder   Rudolf   im   Bürgerverein   und   in   der   Heinrich-Schütz-Gesellschaft.   Ihnen   sind   die   Gedenktafel   am   „Kranich“   1932   und   das   Denkmal   am Kirchberg 1935 zu verdanken.
Die   Gebrüder   Zersch   erwarben   im   Laufe   der   Jahre   über   100   ha   Grundbesitz   und   Immobilien   in   Bad   Köstritz   und   Umgebung   (Junkerhof,   Rittergut   Hartmannsdorf,   Schloss   Crossen,   Goldener Kranich,   Kurhaus,   Goldener   Löwe,   über   20   Gaststätten   in   Gera   u.v.a.).   Sie   und   ihre   Familien   wurden   nach   der   bedingungslosen   Kapitulation   Deutschlands   im   Mai   1945   auf   der   Grundlage   des Gesetzes    über    die    Bodenreform    sowie    den    Befehlen    124    und    126    der    Sowjetischen    Militäradministration    entschädigungslos    enteignet    und    die    Brauerei    anschließend    vorübergehend treuhänderisch verwaltet.
Mit dem Jahr 1945 endete schließlich das Wirken der Familie Zersch nach 73 Jahren in unserem Heimatort. Neuer Lebensmittelpunkt der Familie wurde Krefeld. Heute leben Nachfahren in ganz Deutschland und Kanada verteilt.
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Rudolf Zersch in  Bad Köstritz  

Ernst Rudolf  Bernhard Zersch, Sohn einer Brauerfamilie, ausgebildeter Landwirt, Offizier im Krieg 1870/71, Inspektor von vielen Gütern, Ökonomierat * 13. Dezember 1845  in Neuhaldersleben bei Magdeburg    02. Februar 1907 in Meran / Südtirol
Rudolf   Zersch   wurde   als   Sohn   des   Guts-   und   Brauereibesitzers   Theodor   Zersch   in   Neuhaldersleben   als   Sproß   einer alten   Brauerfamilie   geboren.   In   der   Landwirtschaft   ausgebildet   und   als   erfahrener   Inspektor   einer   Reihe   von   Gütern, hatte   er   als   Offizier   am   Deutsch-Französischen   Krieg   1870/71   teilgenommen   und   nach   der   Heimkehr   die   Domänen   in Köstritz, Dürrenberg und Hartmannsdorf gepachtet. Nun kam die Brauerei dazu.
Zersch    hatte    einen    schweren    Start    in    Köstritz.    Nicht    nur    war    1872    bei    einem    Brand    erheblicher    Sachschaden eingetreten,   auch   die   Einrichtung   der   Brauerei   ließ   in   ihrem   Zustand   zu   wünschen   übrig,   vor   allem   aber   war   die Bierbereitung über den ganzen Ort verstreut.
Unter   diesen   Umständen   erwies   es   sich   als   Glücksfall,   dass   seit   1874   Braumeister   Carl   Holomoucky   aus   Hostiz   in Böhmen   tätig   war.   Vertraglich   hatte   die   Herrschaft   Reuß-Köstritz   bestimmt,   „dass   sich   Herr   Zersch   zum   Betriebe seiner Brauerei und Mälzerei eines Braumeisters zu bedienen hat“.
Rudolf   Zersch   richtete   nun   sein   Augenmerk   darauf,   den   Betrieb   zu   modernisieren   und   zu   erweitern,   die   Kundschaft mit   neuen   Biersorten   zu   gewinnen   und   diese   mit   Methoden,   die   auch   eines   modernen   Marketings   würdig   wären, bekanntzumachen und zu vertreiben.
Als   Gründer   des   Landwirtschaftlichen   Vereins   Köstritz,   Mitglied   des   Deutschen   Landwirtschaftsrates   zu   Berlin   und   in Verehrung   für   die   Politik   des   Reichskanzlers   Otto   von   Bismarck   sandte   Rudolf   Zersch   spätestens   seit   1883   alljährlich am   1.   April   ein   Fass   „Blume   des   Elsterthales“   zum   Geburtstag   des   Eisernen   Kanzlers.   Dieser   bedankte   sich   am   14. April   1883:   „….kann   ich   nicht   umhin,   der   ausgezeichneten   Qualität   der   ‚Blume   des   Elsterthales‘   meine   ausdrückliche Anerkennung   zu   zollen   und   meine   Genugtuhung   darüber   auszusprechen,   daß   wir   auch   außerhalb   Bayerns   ein   so gutes Bier herstellen können.“
Zur   Sicherung   der   weiteren   Entwicklung   wurde   mit   einem   sehr   umfangreichen   Pachtvertrag   vom   21.   Dezember   1902 zwischen   Seiner   Durchlaucht   Herrn   Heinrich   XXIV.   Jüngerer   Linie   Fürsten   Reuß-Köstritz   und   Herrn   Oekonomierat (mit   diesem   Titel   seit   1887   ausgezeichnet)   Rudolf   Zersch   in   Köstritz   die   Pacht   bis   zum   Jahre   1938   verlängert   und   der Neubau der Braustätte mit einer Kapazität von 30.000 hl und möglicher Erweiterung vereinbart.
Rudolf   Zersch   konnte   noch   alle   Bauarbeiten   vorbereiten   und   am   30.   April   1906   den   Grundstein   legen.   Den   ersten   Sud am   06.   Februar   1908   hat   er   jedoch   nicht   mehr   erlebt;   am   2.   Februar   1907   ist   er   im   62.   Lebensjahr   in   Meran   während eines Kuraufenthaltes verstorben.
Im   „Elsterthal-Boten“   wird   er   charakterisiert   als   „unser   bester   Bürger,   der   größte   Industrielle   und   der   bedeutendste Landwirt   unseres   Ortes,   der   zuverlässigste   Hort   und   Wohltäter   zahlreicher   Armen   und   Schwachen,   der   aufrichtigste Freund   seiner   näheren   Bekannten,   der   treueste   Berater   und   Fürsorger   seiner   Familie“.   Es   ist   hier   nicht   der   Raum   zu würdigen,   was   Rudolf   Zersch   in   den   35   Jahren   seines   Wirkens   in   Köstritz   auf   allen   Gebieten   bewirkt   hat,   als   Brauer und   Landwirt,   als   Remonten-Züchter   wie   als   Betreiber   einer   Baumschule   und   als   Rosengärtner,   als   gemeinsinniger Bürger und echter Menschenfreund.
Die Familie Zersch:
Zum Gedenken an Rudolf Zersch wurde eine Straße im Neubaugebiet „Am Rosenhügel“ nach ihm benannt.
Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße
Bilder:
Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Belegschaft und die Familie Zersch Belegschaft und die Familie Zersch Die Fürstliche Brauerei um 1910 Die Fürstliche Brauerei um 1910 Hartmannsdorf.Info Hartmannsdorf.Info
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Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat
Alle   drei   Brüder   nahmen   auch   als   Offiziere   am   Ersten   Weltkrieg   teil,   alle   sind   sie   im   besten   Mannesalter gestorben:Kurt   (1876   –   1928   im   Alter   von   52   Jahren),   Rudolf   (1881   –   1939   im   58.   Lebensjahr)   und Wilhelm (1888 – 1944 56 Jahre alt).
Rudolfs   Ehe   blieb   kinderlos.   In   der   Ehe   Dr.   Willy   Zerschs   wurde   eine   Tochter   geboren.   Der   Ehe   Kurt   Zerschs   mit Helene   Steffens   entstammten   eine   Tochter   und   ein   Sohn   –   Diplom-Braumeister   Rudolf   Kurt   Zersch,   der   1935   in   die Brauerei    eintrat,    in    der    Ehe    mit    Trudel    Luer    fünf    Kinder    hatte    und    am    25.    Juni    1946    in    sowjetischer Kriegsgefangenschaft    in    den    Wäldern    von    Wologda    verstarb,    nachdem    er    bereits    im    Sommer    1945    aus    dem Wehrdienst   entlassen   worden   war.Diesen   Generationen   war   es   auferlegt,   das   väterliche   Erbe   durch   zwei   Weltkriege, durch Inflation und Weltwirtschaftskrise zu führen.
Als    Nachtrag    zum    Pachtvertrag    des    Jahres    1902    vereinbarte    Prinz    Heinrich    XXXIX.    mit    den    Erben    des Oekonomierathes   Rudolf   Zersch,   nämlich   seiner   Witwe   und   den   drei   Söhnen   Kurt,   Rudolf   und   Dr.   jur.   Willy   eine Verlängerung   der   Pachtdauer   bis   1958,   wobei   die   Erfahrungen   aus   der   Inflation   und   den   Investitionen   berücksichtigt wurden.   Als   die   Brüder   Zersch   1935   das   60-jährige   Pachtjubiläum   (seit   1875)   begingen,   wurde   eine   Reihe   von Unterstützungsmaßnahmen   beschlossen   und   der   Grundstein   zu   einer   Rudolf-Zersch-Siedlung   gelegt,   in   die   im   Mai 1936 zwölf Arbeiterfamilien einziehen konnten.
Eine   Zeitlang   war   die   Brauerei   an   der   Verlagsdruckerei   „Elsterthal-Bote“   beteiligt.   Jahrzehntelang   waren   der   Brauerei auch   Gärtnerei   und   Landwirtschaft   angeschlossen.   Rudolf   Zersch   erwarb   und   bewirtschaftete   1926   das   Rittergut Hartmannsdorf,   1927   das   Rittergut   Krossen   und   1937   auch   das   Schloss   Krossen   mit   dem   zugehörigen   Park.   In Hartmannsdorf   ließ   er   u.a.   eine   Molkerei   und   Geflügelfarm,   Viehweiden   und   Kirschplantagen   anlegen   und   einen Glockenturm errichten.
Dr.   Willy   Zersch,   seit   1935   Ratsherr   der   Stadt   Bad   Köstritz,   war   den   Musen   zugewandt,   gewann   den   Architekten   Paul Schultze-Naumburg   (1869   –   1949)   für   verschiedene   Bauten,   förderte   den   Maler   Otto   Dix   und   wirkte   zusammen   mit seinem   Bruder   Rudolf   im   Bürgerverein   und   in   der   Heinrich-Schütz-Gesellschaft.   Ihnen   sind   die   Gedenktafel   am „Kranich“ 1932 und das Denkmal am Kirchberg 1935 zu verdanken.
Die   Gebrüder   Zersch   erwarben   im   Laufe   der   Jahre   über   100   ha   Grundbesitz   und   Immobilien   in   Bad   Köstritz   und Umgebung   (Junkerhof,   Rittergut   Hartmannsdorf,   Schloss   Crossen,   Goldener   Kranich,   Kurhaus,   Goldener   Löwe,   über 20   Gaststätten   in   Gera   u.v.a.).   Sie   und   ihre   Familien   wurden   nach   der   bedingungslosen   Kapitulation   Deutschlands   im Mai   1945   auf   der   Grundlage   des   Gesetzes   über   die   Bodenreform   sowie   den   Befehlen   124   und   126   der   Sowjetischen Militäradministration    entschädigungslos    enteignet    und    die    Brauerei    anschließend    vorübergehend    treuhänderisch verwaltet.
Mit dem Jahr 1945 endete schließlich das Wirken der Familie Zersch nach 73 Jahren in unserem Heimatort. Neuer Lebensmittelpunkt der Familie wurde Krefeld. Heute leben Nachfahren in ganz Deutschland und Kanada verteilt.
Herzlich Willkommen
Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
Archiv - Rudolf Zersch
© HOV-BK e.V. 2019
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Rudolf Zersch in  Bad Köstritz  

Ernst Rudolf  Bernhard  Zersch, Sohn einer Brauerfamilie, ausgebildeter Landwirt, Offizier im Krieg 1870/71, Inspektor von vielen Gütern, Ökonomierat * 13. Dezember 1845  in Neuhaldersleben bei Magdeburg    02. Februar 1907 in Meran / Südtirol
Rudolf     Zersch     wurde     als     Sohn     des     Guts-     und     Brauereibesitzers     Theodor     Zersch     in Neuhaldersleben   als   Sproß   einer   alten   Brauerfamilie   geboren.   In   der   Landwirtschaft   ausgebildet und    als    erfahrener    Inspektor    einer    Reihe    von    Gütern,    hatte    er    als    Offizier    am    Deutsch- Französischen   Krieg   1870/71   teilgenommen   und   nach   der   Heimkehr   die   Domänen   in   Köstritz, Dürrenberg und Hartmannsdorf gepachtet. Nun kam die Brauerei dazu.
Zersch   hatte   einen   schweren   Start   in   Köstritz.   Nicht   nur   war   1872   bei   einem   Brand   erheblicher Sachschaden   eingetreten,   auch   die   Einrichtung   der   Brauerei   ließ   in   ihrem   Zustand   zu   wünschen übrig, vor allem aber war die Bierbereitung über den ganzen Ort verstreut.
Unter    diesen    Umständen    erwies    es    sich    als    Glücksfall,    dass    seit    1874    Braumeister    Carl Holomoucky    aus    Hostiz    in    Böhmen    tätig    war.    Vertraglich    hatte    die    Herrschaft    Reuß-Köstritz bestimmt,   „dass   sich   Herr   Zersch   zum   Betriebe   seiner   Brauerei   und   Mälzerei   eines   Braumeisters zu bedienen hat“.
Rudolf   Zersch   richtete   nun   sein   Augenmerk   darauf,   den   Betrieb   zu   modernisieren   und   zu   erweitern, die    Kundschaft    mit    neuen    Biersorten    zu    gewinnen    und    diese    mit    Methoden,    die    auch    eines modernen Marketings würdig wären, bekanntzumachen und zu vertreiben.
Als       Gründer       des       Landwirtschaftlichen       Vereins       Köstritz,       Mitglied       des       Deutschen Landwirtschaftsrates    zu    Berlin    und    in    Verehrung    für    die    Politik    des    Reichskanzlers    Otto    von Bismarck   sandte   Rudolf   Zersch   spätestens   seit   1883   alljährlich   am   1.   April   ein   Fass   „Blume   des Elsterthales“   zum   Geburtstag   des   Eisernen   Kanzlers.   Dieser   bedankte   sich   am   14.   April   1883: „….kann    ich    nicht    umhin,    der    ausgezeichneten    Qualität    der    ‚Blume    des    Elsterthales‘    meine ausdrückliche   Anerkennung   zu   zollen   und   meine   Genugtuhung   darüber   auszusprechen,   daß   wir auch außerhalb Bayerns ein so gutes Bier herstellen können.“
Zur   Sicherung   der   weiteren   Entwicklung   wurde   mit   einem   sehr   umfangreichen   Pachtvertrag   vom 21.   Dezember   1902   zwischen   Seiner   Durchlaucht   Herrn   Heinrich   XXIV.   Jüngerer   Linie   Fürsten Reuß-Köstritz   und   Herrn   Oekonomierat   (mit   diesem   Titel   seit   1887   ausgezeichnet)   Rudolf   Zersch   in Köstritz    die    Pacht    bis    zum    Jahre    1938    verlängert    und    der    Neubau    der    Braustätte    mit    einer Kapazität von 30.000 hl und möglicher Erweiterung vereinbart.
Rudolf   Zersch   konnte   noch   alle   Bauarbeiten   vorbereiten   und   am   30.   April   1906   den   Grundstein legen.   Den   ersten   Sud   am   06.   Februar   1908   hat   er   jedoch   nicht   mehr   erlebt;   am   2.   Februar   1907   ist er im 62. Lebensjahr in Meran während eines Kuraufenthaltes verstorben.
Im   „Elsterthal-Boten“   wird   er   charakterisiert   als   „unser   bester   Bürger,   der   größte   Industrielle   und   der bedeutendste   Landwirt   unseres   Ortes,   der   zuverlässigste   Hort   und   Wohltäter   zahlreicher   Armen und   Schwachen,   der   aufrichtigste   Freund   seiner   näheren   Bekannten,   der   treueste   Berater   und Fürsorger   seiner   Familie“.   Es   ist   hier   nicht   der   Raum   zu   würdigen,   was   Rudolf   Zersch   in   den   35 Jahren   seines   Wirkens   in   Köstritz   auf   allen   Gebieten   bewirkt   hat,   als   Brauer   und   Landwirt,   als Remonten-Züchter   wie   als   Betreiber   einer   Baumschule   und   als   Rosengärtner,   als   gemeinsinniger Bürger und echter Menschenfreund.
Die Familie Zersch:
Zum Gedenken an Rudolf Zersch wurde eine Straße im Neubaugebiet „Am Rosenhügel“ nach ihm benannt.
Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Belegschaft und die Familie Zersch Belegschaft und die Familie Zersch Die Fürstliche Brauerei um 1910 Die Fürstliche Brauerei um 1910 Hartmannsdorf.Info Hartmannsdorf.Info Standort Villa Zersch Standort Villa Zersch
Standort Villa Zersch
Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat
Alle   drei   Brüder   nahmen   auch   als   Offiziere   am   Ersten   Weltkrieg   teil,   alle   sind   sie   im   besten Mannesalter   gestorben:Kurt   (1876   –   1928   im   Alter   von   52   Jahren),   Rudolf   (1881   –   1939   im 58. Lebensjahr) und Wilhelm (1888 – 1944 56 Jahre alt).
Rudolfs   Ehe   blieb   kinderlos.   In   der   Ehe   Dr.   Willy   Zerschs   wurde   eine   Tochter   geboren.   Der   Ehe Kurt   Zerschs   mit   Helene   Steffens   entstammten   eine   Tochter   und   ein   Sohn   –   Diplom-Braumeister Rudolf   Kurt   Zersch,   der   1935   in   die   Brauerei   eintrat,   in   der   Ehe   mit   Trudel   Luer   fünf   Kinder   hatte und   am   25.   Juni   1946   in   sowjetischer   Kriegsgefangenschaft   in   den   Wäldern   von   Wologda   verstarb, nachdem    er    bereits    im    Sommer    1945    aus    dem    Wehrdienst    entlassen    worden    war.Diesen Generationen   war   es   auferlegt,   das   väterliche   Erbe   durch   zwei   Weltkriege,   durch   Inflation   und Weltwirtschaftskrise zu führen.
Als   Nachtrag   zum   Pachtvertrag   des   Jahres   1902   vereinbarte   Prinz   Heinrich   XXXIX.   mit   den   Erben des   Oekonomierathes   Rudolf   Zersch,   nämlich   seiner   Witwe   und   den   drei   Söhnen   Kurt,   Rudolf   und Dr.   jur.   Willy   eine   Verlängerung   der   Pachtdauer   bis   1958,   wobei   die   Erfahrungen   aus   der   Inflation und    den    Investitionen    berücksichtigt    wurden.    Als    die    Brüder    Zersch    1935    das    60-jährige Pachtjubiläum     (seit     1875)     begingen,     wurde     eine     Reihe     von     Unterstützungsmaßnahmen beschlossen   und   der   Grundstein   zu   einer   Rudolf-Zersch-Siedlung   gelegt,   in   die   im   Mai   1936   zwölf Arbeiterfamilien einziehen konnten.
Eine   Zeitlang   war   die   Brauerei   an   der   Verlagsdruckerei   „Elsterthal-Bote“   beteiligt.   Jahrzehntelang waren   der   Brauerei   auch   Gärtnerei   und   Landwirtschaft   angeschlossen.   Rudolf   Zersch   erwarb   und bewirtschaftete   1926   das   Rittergut   Hartmannsdorf,   1927   das   Rittergut   Krossen   und   1937   auch   das Schloss   Krossen   mit   dem   zugehörigen   Park.   In   Hartmannsdorf   ließ   er   u.a.   eine   Molkerei   und Geflügelfarm, Viehweiden und Kirschplantagen anlegen und einen Glockenturm errichten.
Dr.   Willy   Zersch,   seit   1935   Ratsherr   der   Stadt   Bad   Köstritz,   war   den   Musen   zugewandt,   gewann den   Architekten   Paul   Schultze-Naumburg   (1869   –   1949)   für   verschiedene   Bauten,   förderte   den Maler    Otto    Dix    und    wirkte    zusammen    mit    seinem    Bruder    Rudolf    im    Bürgerverein    und    in    der Heinrich-Schütz-Gesellschaft.   Ihnen   sind   die   Gedenktafel   am   „Kranich“   1932   und   das   Denkmal   am Kirchberg 1935 zu verdanken.
Die   Gebrüder   Zersch   erwarben   im   Laufe   der   Jahre   über   100   ha   Grundbesitz   und   Immobilien   in   Bad Köstritz   und   Umgebung   (Junkerhof,   Rittergut   Hartmannsdorf,   Schloss   Crossen,   Goldener   Kranich, Kurhaus,   Goldener   Löwe,   über   20   Gaststätten   in   Gera   u.v.a.).   Sie   und   ihre   Familien   wurden   nach der   bedingungslosen   Kapitulation   Deutschlands   im   Mai   1945   auf   der   Grundlage   des   Gesetzes   über die    Bodenreform    sowie    den    Befehlen    124    und    126    der    Sowjetischen    Militäradministration entschädigungslos    enteignet    und    die    Brauerei    anschließend    vorübergehend    treuhänderisch verwaltet.
Mit   dem   Jahr   1945   endete   schließlich   das   Wirken   der   Familie   Zersch   nach   73   Jahren   in   unserem Heimatort.   Neuer   Lebensmittelpunkt   der   Familie   wurde   Krefeld.   Heute   leben   Nachfahren   in   ganz Deutschland und Kanada verteilt.
Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
Archiv - Rudolf Zersch
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Rudolf Zersch in  Bad Köstritz  

Rudolf  Zersch, Sohn einer Brauerfamilie, ausgebildeter Landwirt, Offizier im Krieg 1870/71, Inspektor von vielen Gütern, Ökonomierat * 13. Dezember 1845  in Neuhaldersleben bei Magdeburg    02. Februar 1907 in Meran / Südtirol
Rudolf     Zersch     wurde     als     Sohn     des     Guts-     und Brauereibesitzers    Theodor    Zersch    in    Neuhaldersleben als    Sproß    einer    alten    Brauerfamilie    geboren.    In    der Landwirtschaft   ausgebildet   und   als   erfahrener   Inspektor einer    Reihe    von    Gütern,    hatte    er    als    Offizier    am Deutsch-Französischen    Krieg    1870/71    teilgenommen und    nach    der    Heimkehr    die    Domänen    in    Köstritz, Dürrenberg   und   Hartmannsdorf   gepachtet.   Nun   kam   die Brauerei dazu.
Zersch   hatte   einen   schweren   Start   in   Köstritz.   Nicht   nur war    1872    bei    einem    Brand    erheblicher    Sachschaden eingetreten,   auch   die   Einrichtung   der   Brauerei   ließ   in ihrem   Zustand   zu   wünschen   übrig,   vor   allem   aber   war die Bierbereitung über den ganzen Ort verstreut.
Unter   diesen   Umständen   erwies   es   sich   als   Glücksfall, dass   seit   1874   Braumeister   Carl   Holomoucky   aus   Hostiz in    Böhmen    tätig    war.    Vertraglich    hatte    die    Herrschaft Reuß-Köstritz    bestimmt,    „dass    sich    Herr    Zersch    zum Betriebe       seiner       Brauerei       und       Mälzerei       eines Braumeisters zu bedienen hat“.
Rudolf   Zersch   richtete   nun   sein   Augenmerk   darauf,   den Betrieb     zu     modernisieren     und     zu     erweitern,     die Kundschaft   mit   neuen   Biersorten   zu   gewinnen   und   diese mit    Methoden,    die    auch    eines    modernen    Marketings würdig wären, bekanntzumachen und zu vertreiben.
Als   Gründer   des   Landwirtschaftlichen   Vereins   Köstritz, Mitglied   des   Deutschen   Landwirtschaftsrates   zu   Berlin und   in   Verehrung   für   die   Politik   des   Reichskanzlers   Otto von    Bismarck    sandte    Rudolf    Zersch    spätestens    seit 1883    alljährlich    am    1.    April    ein    Fass    „Blume    des Elsterthales“    zum    Geburtstag    des    Eisernen    Kanzlers. Dieser   bedankte   sich   am   14.   April   1883:   „….kann   ich nicht   umhin,   der   ausgezeichneten   Qualität   der   ‚Blume des   Elsterthales‘   meine   ausdrückliche   Anerkennung   zu zollen   und   meine   Genugtuhung   darüber   auszusprechen, daß    wir    auch    außerhalb    Bayerns    ein    so    gutes    Bier herstellen können.“
Zur    Sicherung    der    weiteren    Entwicklung    wurde    mit einem     sehr     umfangreichen     Pachtvertrag     vom     21. Dezember    1902    zwischen    Seiner    Durchlaucht    Herrn Heinrich   XXIV.   Jüngerer   Linie   Fürsten   Reuß-Köstritz   und Herrn     Oekonomierat     (mit     diesem     Titel     seit     1887 ausgezeichnet)   Rudolf   Zersch   in   Köstritz   die   Pacht   bis zum     Jahre     1938     verlängert     und     der     Neubau     der Braustätte    mit    einer    Kapazität    von    30.000    hl    und möglicher Erweiterung vereinbart.
Rudolf   Zersch   konnte   noch   alle   Bauarbeiten   vorbereiten und   am   30.   April   1906   den   Grundstein   legen.   Den   ersten Sud    am    06.    Februar    1908    hat    er    jedoch    nicht    mehr erlebt;   am   2.   Februar   1907   ist   er   im   62.   Lebensjahr   in Meran während eines Kuraufenthaltes verstorben.
Im   „Elsterthal-Boten“   wird   er   charakterisiert   als   „unser bester      Bürger,      der      größte      Industrielle      und      der bedeutendste        Landwirt        unseres        Ortes,        der zuverlässigste    Hort    und    Wohltäter    zahlreicher    Armen und     Schwachen,     der     aufrichtigste     Freund     seiner näheren   Bekannten,   der   treueste   Berater   und   Fürsorger seiner   Familie“.   Es   ist   hier   nicht   der   Raum   zu   würdigen, was   Rudolf   Zersch   in   den   35   Jahren   seines   Wirkens   in Köstritz   auf   allen   Gebieten   bewirkt   hat,   als   Brauer   und Landwirt,   als   Remonten-Züchter   wie   als   Betreiber   einer Baumschule   und   als   Rosengärtner,   als   gemeinsinniger Bürger und echter Menschenfreund.
Die Familie Zersch:
Zum Gedenken an Rudolf Zersch wurde eine Straße im Neubaugebiet „Am Rosenhügel“ nach ihm benannt.
Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Blick in die Rudolf-Zersch-Straße Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Eine Grabstätte der Familie Zersch auf dem Friedhof Bad Köstritz Belegschaft und die Familie Zersch Belegschaft und die Familie Zersch Die Fürstliche Brauerei um 1910 Die Fürstliche Brauerei um 1910 Hartmannsdorf.Info Hartmannsdorf.Info Standort Villa Zersch
Standort Villa Zersch
Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat Rudolf Zersch - Fürstlich Reußischer Ökonomierat
Alle     drei     Brüder     nahmen     auch     als Offiziere   am   Ersten   Weltkrieg   teil,   alle sind      sie      im      besten      Mannesalter gestorben:Kurt    (1876    –    1928    im    Alter von   52   Jahren),   Rudolf   (1881   –   1939   im 58.    Lebensjahr)    und    Wilhelm    (1888    1944 56 Jahre alt).
Rudolfs    Ehe    blieb    kinderlos.    In    der    Ehe    Dr.    Willy Zerschs    wurde    eine    Tochter    geboren.    Der    Ehe    Kurt Zerschs   mit   Helene   Steffens   entstammten   eine   Tochter und   ein   Sohn   –   Diplom-Braumeister   Rudolf   Kurt   Zersch, der   1935   in   die   Brauerei   eintrat,   in   der   Ehe   mit   Trudel Luer    fünf    Kinder    hatte    und    am    25.    Juni    1946    in sowjetischer   Kriegsgefangenschaft   in   den   Wäldern   von Wologda   verstarb,   nachdem   er   bereits   im   Sommer   1945 aus    dem    Wehrdienst    entlassen    worden    war.Diesen Generationen    war    es    auferlegt,    das    väterliche    Erbe durch       zwei       Weltkriege,       durch       Inflation       und Weltwirtschaftskrise zu führen.
Als     Nachtrag     zum     Pachtvertrag     des     Jahres     1902 vereinbarte   Prinz   Heinrich   XXXIX.   mit   den   Erben   des Oekonomierathes   Rudolf   Zersch,   nämlich   seiner   Witwe und   den   drei   Söhnen   Kurt,   Rudolf   und   Dr.   jur.   Willy   eine Verlängerung    der    Pachtdauer    bis    1958,    wobei    die Erfahrungen    aus    der    Inflation    und    den    Investitionen berücksichtigt   wurden.   Als   die   Brüder   Zersch   1935   das 60-jährige    Pachtjubiläum    (seit    1875)    begingen,    wurde eine         Reihe         von         Unterstützungsmaßnahmen beschlossen     und     der     Grundstein     zu     einer     Rudolf- Zersch-Siedlung    gelegt,    in    die    im    Mai    1936    zwölf Arbeiterfamilien einziehen konnten.
Eine   Zeitlang   war   die   Brauerei   an   der   Verlagsdruckerei „Elsterthal-Bote“    beteiligt.    Jahrzehntelang    waren    der Brauerei        auch        Gärtnerei        und        Landwirtschaft angeschlossen.        Rudolf        Zersch        erwarb        und bewirtschaftete   1926   das   Rittergut   Hartmannsdorf,   1927 das    Rittergut    Krossen    und    1937    auch    das    Schloss Krossen   mit   dem   zugehörigen   Park.   In   Hartmannsdorf ließ   er   u.a.   eine   Molkerei   und   Geflügelfarm,   Viehweiden und    Kirschplantagen    anlegen    und    einen    Glockenturm errichten.
Dr.    Willy    Zersch,    seit    1935    Ratsherr    der    Stadt    Bad Köstritz,    war    den    Musen    zugewandt,    gewann    den Architekten   Paul   Schultze-Naumburg   (1869   –   1949)   für verschiedene   Bauten,   förderte   den   Maler   Otto   Dix   und wirkte     zusammen     mit     seinem     Bruder     Rudolf     im Bürgerverein    und    in    der    Heinrich-Schütz-Gesellschaft. Ihnen   sind   die   Gedenktafel   am   „Kranich“   1932   und   das Denkmal am Kirchberg 1935 zu verdanken.
Die   Gebrüder   Zersch   erwarben   im   Laufe   der   Jahre   über 100   ha   Grundbesitz   und   Immobilien   in   Bad   Köstritz   und Umgebung       (Junkerhof,       Rittergut       Hartmannsdorf, Schloss   Crossen,   Goldener   Kranich,   Kurhaus,   Goldener Löwe,   über   20   Gaststätten   in   Gera   u.v.a.).   Sie   und   ihre Familien   wurden   nach   der   bedingungslosen   Kapitulation Deutschlands    im    Mai    1945    auf    der    Grundlage    des Gesetzes    über    die    Bodenreform    sowie    den    Befehlen 124    und    126    der    Sowjetischen    Militäradministration entschädigungslos       enteignet       und       die       Brauerei anschließend vorübergehend treuhänderisch verwaltet.