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Hans Settegast in  Bad Köstritz  

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Gartenbau-Schule Gartenbau-Schule
Prof. Dr. Hans Settegast Prof. Dr. Hans Settegast Höhere Lehranstalt Höhere Lehranstalt Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992) Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992)
Prof. Dr. Hans Ewald Settegast, Gelehrter (Dr. phil.), Gründer und Direktor der Höheren Gartenbauschule in Köstritz *  04.07.1852  in Oszkarten (Memelgebiet / Litauen)    03.07.1936  in Bad Köstritz
Der   aus   Oszkarten   /   Memel   (Ostpreußen)   stammende   Settegast   studierte   in   Königsberg,   Berlin   und   Tübingen.   Nachdem   er   in   Tübingen   sein   Studium   am   18.07.1878   als   „Dr.   phil.“   beendete, begab   er   sich   anfangs   nach   Brandis   bei   Leipzig   (Lehrertätigkeit),   danach   nach   Bad   Ronneburg   (1881   Gründung   einer   privaten   landwirtschaftlichen   Lehranstalt)   und   schließlich   1886   nach Köstritz, um hier junge Landwirte – und in Köstritz auch Gärtner – mit theoretischem Wissen zu ihren Fachgebieten als Lehrender auszurüsten.
Auf   Drängen   von   Rudolf   Zersch   gründete   Dr.   Hans   Settegast   im   Frühjahr   1886   sein   Institut   zur   theoretischen   Ausbildung   und   eröffnete   im   Herbst   des   gleichen   Jahres   im   heutigen   Palais   eine „Obst-   und   Gartenbauschule“.   Die   sehr   gute   Unterstützung   der   Lehranstalt   durch   Rudolf   Zersch   und   das   hohe   Engagement   von   Hans   Settegast   führten   dazu,   dass   die   spätere   „Höhere landwirtschaftliche Lehranstalt“ zu den bedeutendsten in Deutschland gehörte.
1895   folgte   die   Gründung   des   „Garten-   und   Obstbauvereins   für   das   Fürstentum   Reuß   j.L.“   mit   Sitz   in   Köstritz.   In   den   folgenden   Jahren   wurden   erste   Techniker-Kurse   für   die   Gärtnerausbildung angeboten. Einer der bekanntesten Studierenden war der spätere Gartenbauinspektor Paul Wallbaum.
1903   und   1905   erbaut   Settegast   ein   neues   Institut   mit   Lehrgarten   und   Internatsgebäude   am   Ausgang   des   Ortes   Köstritz   in   Richtung   Caaschwitz,   heute   das   Gebäude   der   Köstritzer   Regelschule und eine Einrichtung für betreutes Wohnen.
1910   wird   die   Lehranstalt   für   Gartenbau   in   Köstritz   von   der   Reußischen   Regierung   zur   „Höheren   Gärtner-Lehranstalt“   erhoben.   Die   Techniker-Ausbildung   erweiterte   sich   auf   4   Semester   und   ein Jahr später erhielt der Direktor, Dr. Hans Settegast, das Prädikat „Professor“ auf Grund des 25-jährigen Bestehens seines Institutes verliehen.
Aus   33   deutschen   Provinzen   und   21   verschiedenen   Staaten   Europas,   Amerikas   und   Asiens   besuchten   Schüler   die   Gärtner-Gehilfen-Ausbildung   bzw.   das   Gärtner-Technikum   der   „Höheren Gärtner-Lehranstalt“   in   Köstritz.   Jedes   Jahr   verließen   gut   ausgebildete   Absolventen   der   Fachrichtungen   „Gartenbau“   und   „Landwirtschaft“      die   Schule.   Sie   hatten   ein   fundiertes   theoretisches   und praktisches Wissen (u.a. von den Zersch‘schen Gütern).
1923   geht   das   gesamte   privat   geleitete   „Institut   Settegast   mit   der   „Höheren   Lehranstalt“   in   Folge   der   negativen   ökonomischen   Auswirkungen   des   1.   Weltkrieges   in   den   Besitz   der   Gemeinde Köstritz über. Nach über 40 Jahren gibt  Prof. Dr. Settegast die Leitung der Ausbildungsstätte 1927 ab und geht in den verdienten Ruhestand. Nachfolger im Amt wird Obstbauinspektor Curt Meymund.
1934 wird die Lehranstalt neu profiliert und von der „Landbauernschaft Thüringen“ übernommen. Damit wird sie erstmalig staatliche Ausbildungsstätte. 1936 stirbt Prof. Dr. Settegast und wird unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Bad Köstritzer Friedhof beigesetzt.
1943   wird   die   Gärtnerausbildung   kriegsbedingt   ausgelagert,   Bad   Köstritz   wird   Lazarettstadt,   die   Schulgebäude   werden   dazu   verwendet.   Der   „Höhere   Lehrgang“   mit   Gartenbauinspektor   Paul Wallbaum wird nach Posen verlagert.
Die   Settegast’sche   Lehranstalt   ist   nach   1945   in   die   heutige   Fachschule   für   Gartenbau   in   Erfurt   aufgegangen.   Das   Gebäude   in   Bad   Köstritz   wird   seit   1947   als   allgemeine   staatliche   Schule   genutzt und wurde 1965 baulich verändert. Die Regelschule in Bad Köstritz trägt jetzt wieder den Namen „Hans Settegast“.
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Prof. Dr. Hans Ewald Settegast, Gelehrter (Dr. phil.), Gründer und Direktor der Höheren Gartenbauschule in Köstritz *  04.07.1852  in Oszkarten (Memelgebiet / Litauen)    03.07.1936  in Bad Köstritz
Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992) Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992) Gartenbau-Schule Gartenbau-Schule Höhere Lehranstalt Höhere Lehranstalt
Der   aus   Oszkarten   /   Memel   (Ostpreußen)   stammende   Settegast   studierte   in   Königsberg,   Berlin   und   Tübingen. Nachdem   er   in   Tübingen   sein   Studium   am   18.07.1878   als   „Dr.   phil.“   beendete,   begab   er   sich   anfangs   nach   Brandis bei    Leipzig    (Lehrertätigkeit),    danach    nach    Bad    Ronneburg    (1881    Gründung    einer    privaten    landwirtschaftlichen Lehranstalt)   und   schließlich   1886   nach   Köstritz,   um   hier   junge   Landwirte   –   und   in   Köstritz   auch   Gärtner   –   mit theoretischem Wissen zu ihren Fachgebieten als Lehrender auszurüsten.
Auf   Drängen   von   Rudolf   Zersch   gründete   Dr.   Hans   Settegast   im   Frühjahr   1886   sein   Institut   zur   theoretischen Ausbildung   und   eröffnete   im   Herbst   des   gleichen   Jahres   im   heutigen   Palais   eine   „Obst-   und   Gartenbauschule“.   Die sehr   gute   Unterstützung   der   Lehranstalt   durch   Rudolf   Zersch   und   das   hohe   Engagement   von   Hans   Settegast   führten dazu, dass die spätere „Höhere landwirtschaftliche Lehranstalt“ zu den bedeutendsten in Deutschland gehörte.
1895   folgte   die   Gründung   des   „Garten-   und   Obstbauvereins   für   das   Fürstentum   Reuß   j.L.“   mit   Sitz   in   Köstritz.   In   den folgenden    Jahren    wurden    erste    Techniker-Kurse    für    die    Gärtnerausbildung    angeboten.    Einer    der    bekanntesten Studierenden war der spätere Gartenbauinspektor Paul Wallbaum.
1903   und   1905   erbaut   Settegast   ein   neues   Institut   mit   Lehrgarten   und   Internatsgebäude   am   Ausgang   des   Ortes Köstritz   in   Richtung   Caaschwitz,   heute   das   Gebäude   der   Köstritzer   Regelschule   und   eine   Einrichtung   für   betreutes Wohnen.
1910   wird   die   Lehranstalt   für   Gartenbau   in   Köstritz   von   der   Reußischen   Regierung   zur   „Höheren   Gärtner-Lehranstalt“ erhoben.   Die   Techniker-Ausbildung   erweiterte   sich   auf   4   Semester   und   ein   Jahr   später   erhielt   der   Direktor,   Dr.   Hans Settegast, das Prädikat „Professor“ auf Grund des 25-jährigen Bestehens seines Institutes verliehen.
Aus   33   deutschen   Provinzen   und   21   verschiedenen   Staaten   Europas,   Amerikas   und   Asiens   besuchten   Schüler   die Gärtner-Gehilfen-Ausbildung   bzw.   das   Gärtner-Technikum   der   „Höheren   Gärtner-Lehranstalt“   in   Köstritz.   Jedes   Jahr verließen   gut   ausgebildete   Absolventen   der   Fachrichtungen   „Gartenbau“   und   „Landwirtschaft“      die   Schule.   Sie   hatten ein fundiertes theoretisches und praktisches Wissen (u.a. von den Zersch‘schen Gütern).
1923   geht   das   gesamte   privat   geleitete   „Institut   Settegast   mit   der   „Höheren   Lehranstalt“   in   Folge   der   negativen ökonomischen Auswirkungen des 1. Weltkrieges in den Besitz der Gemeinde Köstritz über. Nach   über   40   Jahren   gibt      Prof.   Dr.   Settegast   die   Leitung   der   Ausbildungsstätte   1927   ab   und   geht   in   den   verdienten Ruhestand. Nachfolger im Amt wird Obstbauinspektor Curt Meymund.
1934   wird   die   Lehranstalt   neu   profiliert   und   von   der   „Landbauernschaft   Thüringen“   übernommen.   Damit   wird   sie erstmalig staatliche Ausbildungsstätte. 1936   stirbt   Prof.   Dr.   Settegast   und   wird   unter   großer   Anteilnahme   der   Bevölkerung   auf   dem   Bad   Köstritzer   Friedhof beigesetzt.
1943    wird    die    Gärtnerausbildung    kriegsbedingt    ausgelagert,    Bad    Köstritz    wird    Lazarettstadt,    die    Schulgebäude werden dazu verwendet. Der „Höhere Lehrgang“ mit Gartenbauinspektor Paul Wallbaum wird nach Posen verlagert.
Die   Settegast’sche   Lehranstalt   ist   nach   1945   in   die   heutige   Fachschule   für   Gartenbau   in   Erfurt   aufgegangen.   Das Gebäude   in   Bad   Köstritz   wird   seit   1947   als   allgemeine   staatliche   Schule   genutzt   und   wurde   1965   baulich   verändert. Die Regelschule in Bad Köstritz trägt jetzt wieder den Namen „Hans Settegast“.
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Prof. Dr. Hans Settegast Prof. Dr. Hans Settegast
Prof. Dr. Hans Ewald Settegast, Gelehrter (Dr. phil.), Gründer und Direktor der Höheren Gartenbauschule in Köstritz *  04.07.1852  in Oszkarten (Memelgebiet / Litauen)    03.07.1936  in Bad Köstritz
Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992) Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992) Gartenbau-Schule Gartenbau-Schule Höhere Lehranstalt Höhere Lehranstalt
Der   aus   Oszkarten   /   Memel   (Ostpreußen)   stammende   Settegast   studierte   in   Königsberg,   Berlin   und Tübingen.   Nachdem   er   in   Tübingen   sein   Studium   am   18.07.1878   als   „Dr.   phil.“   beendete,   begab   er sich    anfangs    nach    Brandis    bei    Leipzig    (Lehrertätigkeit),    danach    nach    Bad    Ronneburg    (1881 Gründung   einer   privaten   landwirtschaftlichen   Lehranstalt)   und   schließlich   1886   nach   Köstritz,   um hier    junge    Landwirte    –    und    in    Köstritz    auch    Gärtner    –    mit    theoretischem    Wissen    zu    ihren Fachgebieten als Lehrender auszurüsten.
Auf   Drängen   von   Rudolf   Zersch   gründete   Dr.   Hans   Settegast   im   Frühjahr   1886   sein   Institut   zur theoretischen   Ausbildung   und   eröffnete   im   Herbst   des   gleichen   Jahres   im   heutigen   Palais   eine „Obst-   und   Gartenbauschule“.   Die   sehr   gute   Unterstützung   der   Lehranstalt   durch   Rudolf   Zersch und    das    hohe    Engagement    von    Hans    Settegast    führten    dazu,    dass    die    spätere    „Höhere landwirtschaftliche Lehranstalt“ zu den bedeutendsten in Deutschland gehörte.
1895   folgte   die   Gründung   des   „Garten-   und   Obstbauvereins   für   das   Fürstentum   Reuß   j.L.“   mit   Sitz in    Köstritz.    In    den    folgenden    Jahren    wurden    erste    Techniker-Kurse    für    die    Gärtnerausbildung angeboten.    Einer    der    bekanntesten    Studierenden    war    der    spätere    Gartenbauinspektor    Paul Wallbaum.
1903    und    1905    erbaut    Settegast    ein    neues    Institut    mit    Lehrgarten    und    Internatsgebäude    am Ausgang    des    Ortes    Köstritz    in    Richtung    Caaschwitz,    heute    das    Gebäude    der    Köstritzer Regelschule und eine Einrichtung für betreutes Wohnen.
1910   wird   die   Lehranstalt   für   Gartenbau   in   Köstritz   von   der   Reußischen   Regierung   zur   „Höheren Gärtner-Lehranstalt“   erhoben.   Die   Techniker-Ausbildung   erweiterte   sich   auf   4   Semester   und   ein Jahr   später   erhielt   der   Direktor,   Dr.   Hans   Settegast,   das   Prädikat   „Professor“   auf   Grund   des   25- jährigen Bestehens seines Institutes verliehen.
Aus    33    deutschen    Provinzen    und    21    verschiedenen    Staaten    Europas,    Amerikas    und    Asiens besuchten   Schüler   die   Gärtner-Gehilfen-Ausbildung   bzw.   das   Gärtner-Technikum   der   „Höheren Gärtner-Lehranstalt“     in     Köstritz.     Jedes     Jahr     verließen     gut     ausgebildete     Absolventen     der Fachrichtungen     „Gartenbau“     und     „Landwirtschaft“          die     Schule.     Sie     hatten     ein     fundiertes theoretisches und praktisches Wissen (u.a. von den Zersch‘schen Gütern).
1923   geht   das   gesamte   privat   geleitete   „Institut   Settegast   mit   der   „Höheren   Lehranstalt“   in   Folge der   negativen   ökonomischen   Auswirkungen   des   1.   Weltkrieges   in   den   Besitz   der   Gemeinde   Köstritz über. Nach   über   40   Jahren   gibt      Prof.   Dr.   Settegast   die   Leitung   der   Ausbildungsstätte   1927   ab   und   geht in den verdienten Ruhestand. Nachfolger im Amt wird Obstbauinspektor Curt Meymund.
1934   wird   die   Lehranstalt   neu   profiliert   und   von   der   „Landbauernschaft   Thüringen“   übernommen. Damit wird sie erstmalig staatliche Ausbildungsstätte. 1936   stirbt   Prof.   Dr.   Settegast   und   wird   unter   großer   Anteilnahme   der   Bevölkerung   auf   dem   Bad Köstritzer Friedhof beigesetzt.
1943   wird   die   Gärtnerausbildung   kriegsbedingt   ausgelagert,   Bad   Köstritz   wird   Lazarettstadt,   die Schulgebäude    werden    dazu    verwendet.    Der    „Höhere    Lehrgang“    mit    Gartenbauinspektor    Paul Wallbaum wird nach Posen verlagert.
Die   Settegast’sche   Lehranstalt   ist   nach   1945   in   die   heutige   Fachschule   für   Gartenbau   in   Erfurt aufgegangen.   Das   Gebäude   in   Bad   Köstritz   wird   seit   1947   als   allgemeine   staatliche   Schule   genutzt und   wurde   1965   baulich   verändert.   Die   Regelschule   in   Bad   Köstritz   trägt   jetzt   wieder   den   Namen „Hans Settegast“.
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Prof. Dr. Hans Settegast Prof. Dr. Hans Settegast
Prof. Dr. Hans Ewald Settegast, Gelehrter (Dr. phil.), Gründer und Direktor der Höheren Gartenbauschule in Köstritz *  04.07.1852  in Oszkarten (Memelgebiet / Litauen)    03.07.1936  in Bad Köstritz
Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Stadtplan mit Regelschule "Hans Settegast" Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Settegast-Institut und Lehranstalt, gebaut 1903 - 1905 Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat Das "Haushaltungs-Institut" wird zum Internat "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle "Fuchstaufe" 1-jährige Studenten ziehen Wagen über den Kirchberg zur Ölsdorfmühle Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grab von Hans Settegast, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Grabstein Paul Wallbaum, Friedhof Bad Köstritz Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992) Regelschule Bad Köstritz (Foto von 1992) Artikel von Bernd Böhme, Heimat- und Ortsverein BK e.V. Gartenbau-Schule Gartenbau-Schule Höhere Lehranstalt Höhere Lehranstalt
Der   aus   Oszkarten   /   Memel   (Ostpreußen)   stammende Settegast   studierte   in   Königsberg,   Berlin   und   Tübingen. Nachdem   er   in   Tübingen   sein   Studium   am   18.07.1878 als   „Dr.   phil.“   beendete,   begab   er   sich   anfangs   nach Brandis   bei   Leipzig   (Lehrertätigkeit),   danach   nach   Bad Ronneburg        (1881        Gründung        einer        privaten landwirtschaftlichen    Lehranstalt)    und    schließlich    1886 nach   Köstritz,   um   hier   junge   Landwirte   –   und   in   Köstritz auch    Gärtner    –    mit    theoretischem    Wissen    zu    ihren Fachgebieten als Lehrender auszurüsten.
Auf    Drängen    von    Rudolf    Zersch    gründete    Dr.    Hans Settegast      im      Frühjahr      1886      sein      Institut      zur theoretischen   Ausbildung   und   eröffnete   im   Herbst   des gleichen    Jahres    im    heutigen    Palais    eine    „Obst-    und Gartenbauschule“.    Die    sehr    gute    Unterstützung    der Lehranstalt     durch     Rudolf     Zersch     und     das     hohe Engagement   von   Hans   Settegast   führten   dazu,   dass   die spätere   „Höhere   landwirtschaftliche   Lehranstalt“   zu   den bedeutendsten in Deutschland gehörte.
1895      folgte      die      Gründung      des      „Garten-      und Obstbauvereins   für   das   Fürstentum   Reuß   j.L.“   mit   Sitz in    Köstritz.    In    den    folgenden    Jahren    wurden    erste Techniker-Kurse   für   die   Gärtnerausbildung   angeboten. Einer   der   bekanntesten   Studierenden   war   der   spätere Gartenbauinspektor Paul Wallbaum.
1903   und   1905   erbaut   Settegast   ein   neues   Institut   mit Lehrgarten    und    Internatsgebäude    am    Ausgang    des Ortes    Köstritz    in    Richtung    Caaschwitz,    heute    das Gebäude      der      Köstritzer      Regelschule      und      eine Einrichtung für betreutes Wohnen.
1910   wird   die   Lehranstalt   für   Gartenbau   in   Köstritz   von der    Reußischen    Regierung    zur    „Höheren    Gärtner- Lehranstalt“       erhoben.       Die       Techniker-Ausbildung erweiterte    sich    auf    4    Semester    und    ein    Jahr    später erhielt   der   Direktor,   Dr.   Hans   Settegast,   das   Prädikat „Professor“     auf     Grund     des     25-jährigen     Bestehens seines Institutes verliehen.
Aus    33    deutschen    Provinzen    und    21    verschiedenen Staaten    Europas,    Amerikas    und    Asiens    besuchten Schüler     die     Gärtner-Gehilfen-Ausbildung     bzw.     das Gärtner-Technikum   der   „Höheren   Gärtner-Lehranstalt“ in    Köstritz.    Jedes    Jahr    verließen    gut    ausgebildete Absolventen     der     Fachrichtungen     „Gartenbau“     und „Landwirtschaft“      die   Schule.   Sie   hatten   ein   fundiertes theoretisches    und    praktisches    Wissen    (u.a.    von    den Zersch‘schen Gütern).
1923     geht     das     gesamte     privat     geleitete     „Institut Settegast   mit   der   „Höheren   Lehranstalt“   in   Folge   der negativen      ökonomischen      Auswirkungen      des      1. Weltkrieges in den Besitz der Gemeinde Köstritz über. Nach    über    40    Jahren    gibt        Prof.    Dr.    Settegast    die Leitung   der   Ausbildungsstätte   1927   ab   und   geht   in   den verdienten      Ruhestand.      Nachfolger      im      Amt      wird Obstbauinspektor Curt Meymund.
1934    wird    die    Lehranstalt    neu    profiliert    und    von    der „Landbauernschaft     Thüringen“     übernommen.     Damit wird sie erstmalig staatliche Ausbildungsstätte. 1936   stirbt   Prof.   Dr.   Settegast   und   wird   unter   großer Anteilnahme   der   Bevölkerung   auf   dem   Bad   Köstritzer Friedhof beigesetzt.
1943      wird      die      Gärtnerausbildung      kriegsbedingt ausgelagert,     Bad     Köstritz     wird     Lazarettstadt,     die Schulgebäude    werden    dazu    verwendet.    Der    „Höhere Lehrgang“   mit   Gartenbauinspektor   Paul   Wallbaum   wird nach Posen verlagert.
Die    Settegast’sche    Lehranstalt    ist    nach    1945    in    die heutige       Fachschule       für       Gartenbau       in       Erfurt aufgegangen.   Das   Gebäude   in   Bad   Köstritz   wird   seit 1947    als    allgemeine    staatliche    Schule    genutzt    und wurde   1965   baulich   verändert.   Die   Regelschule   in   Bad Köstritz trägt jetzt wieder den Namen „Hans Settegast“.