© HOV-BK e.V. 2018
Herzlich Willkommen
Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
Archiv - Chronik

Chronik von Bad Köstritz  

2015- 2017
2009 - 2014
1679 - 1816
700 - 1675
1826 - 1865
1876 - 1911
1912 - 1935
1936 - 1949
1953 - 1976
1979 - 1994
1995 - 2008
2009 - 2014
2015 - 2017
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Zur Geschichte von Bad Köstritz 

Bad   Köstritz   an   der   Küste   eines   warmen   Meeres?   Der   Blick   des   Betrachters   schweift   über   eine   Inselkette,   die   im   weiten   Bogen   eine   Lagune   umrahmt?   Kühne   Fantasie?   Nicht   ganz!   Wir   müssen   das   Rad   der   Geschichte   nur   255 Millionen   Jahre   zurückdrehen.   Die   Inselreihe   lässt   sich   am   „Dreistöckigen   Steinbruch“   im   Eleonorental   nachweisen,   sowie   Ablagerungen   von   Kalkalgen   und   Moostierchen   des   Zechsteinmeeres,   die   den   heutigen   Korallenriffen ähneln.   Vom   Erdaltertum   bis   zur   Eiszeit   finden   sich   hier   die   Spuren   unserer   geologischen   Vergangenheit.   Das   Elstertal   um   Bad   Köstritz   ist   schon   seit   der   Jungsteinzeit   besiedelt.   Es   gibt   viele   Funde   von   Knochen   und Steinwerkzeugen bei Siedlungen, Wällen und Grabstätten aus jener Zeit. Bekannt und erforscht sind die Gräber bei Gleina und Seifartsdorf, jene im Cossenforst und im Köstritzer Vogelherd an der Herrenallee. Der   Ortsname   weist   auf   eine   slawische   Erstbesiedlung   hin,   die   bis   in   die   Zeit   der   Völkerwanderungen   des   5.   bis   8.   Jahrhunderts   zurückreichen   könnte.   Die   Bezeichnung   "kostricz"   taucht   erstmals      in   einer   Urkunde   vom   23.   Mai   1364   auf,   welche die   Ausdehnung   des   Burgwartums   Langenberg   beschreibt,   als   die   Herren   zu   Gera   dieses   Gebiet   von   den   Herren   zu   Plauen   kauften.   Einige   umliegende   Dörfer   fanden   bereits   200   Jahre   früher   urkundliche   Erwähnung.   So   mussten   die   Bewohner des   Dürrenberges   schon   seit   1230   Wein   an   das   Kloster   Posa   bei   Zeitz   liefern.   Im   Domarchiv   zu   Naumburg   ist   vermerkt,   dass   1320   am   Ort   bereits   eine   Kirche   steht,   die   1507   nach   einem   Brand   neu   errichtet   wird.   Der   1820   nach   Plänen   von   Karl Friedrich Schinkel baulich veränderte Turm erhebt sich mit seinem leuchtend goldenem Kreuz nach einer aufwendigen Renovierung 1999 weithin sichtbar über den Park und die Stadt. In   den   Kirchenbüchern   von   1495   finden   wir   Namenslisten   von   Bürgern,   die   Brauzins   zu   entrichten   hatten,   sowie   die   Rechnung   über   eine   neue   Braupfanne   von   1507.   Beides   belegt,   dass Köstritz   und   sein   Bier   schon   seit   dem   15.   Jahrhundert   eng   verbunden   sind.   Im   16.   Jahrhundert   gesellte   sich   zur   Landwirtschaft   und   zum   Brauen   auch   der   Bergbau.   In   etwa   20   Stollen   wurde in   und   um   Köstritz   nach   Kupfer,   Silber   und   Schwerspat   gegraben.   Über   lange   Zeit   gab   es   in   Köstritz   neben   vielen   Bauernhöfen,   drei   Rittergüter:   den   Oberen,   den   Mittleren   und   den   Unteren Hof.   Sie   gehörten   lange   Zeit   den   Herren   von   Wolframsdorf,   bevor   sie   ab   1678   in   den   Besitz   der   Grafen   Reuß-Schleiz   j.L.   gelangten.   Heinrich   I.   begründete   1690   das   Paragium   Reuß-Schleiz- Köstritz   als   Apanage   für   seinen   zweitgeborenen   Sohn.   1704   bezog   Heinrich   XXIV.   als   1.   Paragiatsherr   die   erneuerte   Köstritzer   Residenz.   In   einem   Zeitraum   von   über   100   Jahren   entstanden am   Schloss   barocke   Lust-   und   Nutzgärten,   aus   denen   um   1785   der   etwa   35   ha   große   Park   im   englischen   Landschaftsstil   mit   einer   Vielfalt   von   Architekturen   hervor   ging.   Bereits   zu   dieser   Zeit wird   ein   „Musentempel“   erwähnt,   der   1999   als   ionisch-klassizistischer   Rundtempel   denkmalpflegerisch   restauriert   wurde.   Zum   Dahlienfest   im   Jahre   2000   kehrte   auch   nach   100   jähriger Abwesenheit   die   Statue   der   Göttin   Demeter,   eine   Abformung   vom   über   2000   Jahre   alten   Original   aus   der   Dresdner   Skulpturensammlung,   in   den   Tempel   zurück.   Die   Köstritzer   hatten   ihre „Weiße   Frau“   wieder.   Der   junge   Karl   Friedrich   Schinkel   weilte   zwischen   1801   und   1802   mehrmals   in   Köstritz   und   lieferte   dem   Grafen   Heinrich   XLIII.   Entwürfe   für   einen   Schlossneubau,   zu dem   es   aber   aus   Geldmangel   nicht   kam.   Das   im   Laufe   der   Jahrhunderte   baufällig   gewordene   Herrenhaus   des   Schlosses   musste   1972   abgerissen   werden.   An   seinem   Ort   wurde   1995   ein repräsentatives Hotel errichtet, das heute nach seinem Umbau 2009 als das Seniorenheim „Lebensabend im Schloßhotel“ betrieben wird.
Heinrich-Schütz-Straße Marktplatz in Bad Köstritz
Die NS-Zeit schlug auch in Bad Köstritz tiefe Wunden. In der Nacht vom 12. zum 13. April 1945 werden bei ihrem Marsch durch Bad Köstritz im Schlosspark 43 Häftlinge von der SS ermordet. An ihrem gemeinsamen Grab  auf dem Friedhof errichtete die Stadt 1948 ein schlichtes Mahnmal - jährlich Ort des ehrenden Geden-kens der Opfer und Ausgangspunkt eines „Buchenwald-Laufes“ von Bad Köstritz über Gera nach Weida. Nach dem II. Weltkrieg entstanden in Industrie und Landwirtschaft neue Strukturen. Die Einwohnerzahl stieg durch Kriegsflüchtlinge und Umsiedler auf fast 6000. Doch in den Nachkriegsjahren ging es für viele um das reine Überleben, nur langsam zog wieder Normalität ein. Zur Brauerei und der Chemischen Fabrik gesellt sich, 1945 als „Ein-Mann-Betrieb“ gegründet, die spätere Metallwarenfabrik (MEWA), sie war zeitweise in Europa größter Produzent von Spaten. 
In Köstritz lebten und wirkten mehrere Persönlichkeiten, die starke internationale Beachtung und national hohe Anerkennung fanden. Details dazu sind hier zu finden.
Bad Köstritz wächst! Auf der Gebind entstanden die Wohnblöcke des „Rosa-Luxemburg-Ring“ und die Eigenheime „Am Sonnenweg“ und in der „Straße der Freundschaft“. 1970 war Baubeginn für ein großräumiges Leichtathletikstadion, die angrenzende Sporthalle wurde 1976 eingeweiht. In den 1980er Jahren schufen alle drei großen Köstritzer Betriebe neue Industriebauten zur Modernisierung und Steigerung der Produktion. So entstand eine völlig erneuerte Schwarzbierbrauerei, das Chemiewerk baute die Molekularsiebanlage und in der Metallwarenfabrik wuchsen neue Hallen für Schaltschränke.
Ab 1905 erhielt Köstritz eine zentrale Wasserversorgung mit einer Kanalisation und die Stromversorgung durch eine Dampfmaschine im heutigen Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr begann. Die wirtschaftliche und kommunale Entwicklung setzte sich auch nach dem 1. Weltkrieg fort und machte Köstritz für seine Einwohner, die Besucher und Kurgäste zu einem Ort, der mit seinen Vereinen, Chören und Gesellschaften, den zahlreichen Gaststätten, Pensionen, Hotels und kulturellen Einrichtungen vieles zu bieten hatte. Gute Gründe, dass Köstritz 1926 den Staatstitel „Bad“ und im September 1927 auch die lange fälligen Stadtrechte verliehen bekam.
Mit der deutschen Wiedervereinigung vollzog sich in Bad Köstritz eine Entwicklung, die den Ort in vielfacher Hinsicht voran brachte. Bei der Privatisierung der Industrie fanden alle drei großen Betriebe, die Schwarzbierbrauerei, das Chemiewerk und die MEWA, Investoren aus den alten Bundesländern und aus den USA. Handwerk, Handel und Dienstleistungen haben im Gewerbegebiet „Elsteraue“ und im Industrie- und Gewerbepark „Heinrichshall“ ihre Firmensitze gefunden. Die großen landwirtschaftlichen Flächen im Umland des Ortes, bis 1991 vom Volkseigenen Gut Aga bewirtschaftet, nutzt heute der Nachkomme des Hauses Reuß-Köstritz in Pacht über eine Güterverwaltung. 1993 begannen die Bauarbeiten für das Wohngebiet „Am Rosenhügel“, in dem heute über 120 Eigenheime stehen. Die Wohnparks „Am Birkenhain“ und „Am Erlicht“ folgten. 1998 rekonstruierte die Köstritzer Wohnstätten GmbH das „Haus des Gastes“ als eine Stätte des kulturellen Lebens mit der Kleinen Galerie GUCKE, der Bad Köstritz-Information, der Stadtbibliothek und Begegnungsstätten für mehrere Vereine. Am traditionsreichen Standort des Sanatoriums eröffnete 1999 eine moderne Seniorenresidenz mit einem Neubau, der heute als das Seniorenzentrum AZURIT hohes Ansehen genießt. Im Jahr 2001 erfolgte die Grundsteinlegung für einen modernen  Kindergarten-Neubau, der noch im gleichen Jahr feierlich eingeweiht wurde. Lichtdurchflutete große Räume boten damals bereits 144 Kinder Platz. Nach einem Erweiterungsbau 2011 konnte die Kapazität auf 162 Plätze gesteigert werden. 2012 wurde das Leichtathletikstadion wettkampfgerecht nach internationalen Standards saniert und im Jahr 2013 konnte auf dem „Drehling“ - realisiert durch eine großzügige Spende des Chemiewerkes Bad Köstritz - der Neubau der „Kurt- Leopold-Sportstätte“ mit einem Funktionsgebäude für die Fußballer und Kegler feierlich übergeben werden. Bad Köstritz ist den Besuch und sein aktives Erleben wert. Die ostthüringische Kleinstadt an der Weißen Elster bietet ein naturorientiertes Ambiente in einer reizvollen Umgebung. Sie ist durch die verkehrsgünstige Lage allseits gut erreichbar und eignet sich hervorragend als Startpunkt für Visiten zu den touristischen Zentren und Kulturstädten in Ostthüringen und Westsachsen.
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Heinrich-Schütz-Straße Marktplatz in Bad Köstritz
1679 - 1816
700 - 1675
1826 - 1865
1876 - 1911
1912 - 1935
1936 - 1949
1953 - 1976
1979 - 1994
1995 - 2008
2009 - 2014
2015 - 2017
Bad   Köstritz   an   der   Küste   eines   warmen   Meeres?   Der   Blick   des   Betrachters   schweift   über   eine   Inselkette,   die   im   weiten   Bogen   eine Lagune   umrahmt?   Kühne   Fantasie?   Nicht   ganz!   Wir   müssen   das   Rad   der   Geschichte   nur   255   Millionen   Jahre   zurückdrehen.   Die Inselreihe    lässt    sich    am    „Dreistöckigen    Steinbruch“    im    Eleonorental    nachweisen,    sowie    Ablagerungen    von    Kalkalgen    und Moostierchen   des   Zechsteinmeeres,   die   den   heutigen   Korallenriffen   ähneln.   Vom   Erdaltertum   bis   zur   Eiszeit   finden   sich   hier   die Spuren   unserer   geologischen   Vergangenheit.   Das   Elstertal   um   Bad   Köstritz   ist   schon   seit   der   Jungsteinzeit   besiedelt.   Es   gibt   viele   Funde   von Knochen   und   Steinwerkzeugen   bei   Siedlungen,   Wällen   und   Grabstätten   aus   jener   Zeit.   Bekannt   und   erforscht   sind   die   Gräber   bei   Gleina   und Seifartsdorf, jene im Cossenforst und im Köstritzer Vogelherd an der Herrenallee. Der   Ortsname   weist   auf   eine   slawische   Erstbesiedlung   hin,   die   bis   in   die   Zeit   der   Völkerwanderungen   des   5.   bis   8.   Jahrhunderts   zurückreichen könnte.   Die   Bezeichnung   "kostricz"   taucht   erstmals      in   einer   Urkunde   vom   23.   Mai   1364   auf,   welche   die   Ausdehnung   des   Burgwartums Langenberg   beschreibt,   als   die   Herren   zu   Gera   dieses   Gebiet   von   den   Herren   zu   Plauen   kauften.   Einige   umliegende   Dörfer   fanden   bereits   200 Jahre   früher   urkundliche   Erwähnung.   So   mussten   die   Bewohner   des   Dürrenberges   schon   seit   1230   Wein   an   das   Kloster   Posa   bei   Zeitz   liefern. Im   Domarchiv   zu   Naumburg   ist   vermerkt,   dass   1320   am   Ort   bereits   eine   Kirche   steht,   die   1507   nach   einem   Brand   neu   errichtet   wird.   Der   1820 nach   Plänen   von   Karl   Friedrich   Schinkel   baulich   veränderte   Turm   erhebt   sich   mit   seinem   leuchtend   goldenem   Kreuz   nach   einer   aufwendigen Renovierung 1999 weithin sichtbar über den Park und die Stadt. In   den   Kirchenbüchern   von   1495   finden   wir   Namenslisten   von   Bürgern,   die   Brauzins   zu entrichten   hatten,   sowie   die   Rechnung   über   eine   neue   Braupfanne   von   1507.   Beides   belegt, dass   Köstritz   und   sein   Bier   schon   seit   dem   15.   Jahrhundert   eng   verbunden   sind.   Im   16. Jahrhundert   gesellte   sich   zur   Landwirtschaft   und   zum   Brauen   auch   der   Bergbau.   In   etwa   20 Stollen   wurde   in   und   um   Köstritz   nach   Kupfer,   Silber   und   Schwerspat   gegraben.   Über   lange Zeit   gab   es   in   Köstritz   neben   vielen   Bauernhöfen,   drei   Rittergüter:   den   Oberen,   den   Mittleren und   den   Unteren   Hof.   Sie   gehörten   lange   Zeit   den   Herren   von   Wolframsdorf,   bevor   sie   ab 1678   in   den   Besitz   der   Grafen   Reuß-Schleiz   j.L.   gelangten.   Heinrich   I.   begründete   1690   das Paragium   Reuß-Schleiz-Köstritz   als   Apanage   für   seinen   zweitgeborenen   Sohn.   1704   bezog Heinrich   XXIV.   als   1.   Paragiatsherr   die   erneuerte   Köstritzer   Residenz.   In   einem   Zeitraum   von über   100   Jahren   entstanden   am   Schloss   barocke   Lust-   und   Nutzgärten,   aus   denen   um   1785 der   etwa   35   ha   große   Park   im   englischen   Landschaftsstil   mit   einer   Vielfalt   von   Architekturen   hervor   ging.   Bereits   zu   dieser   Zeit   wird   ein „Musentempel“   erwähnt,   der   1999   als   ionisch-klassizistischer   Rundtempel   denkmalpflegerisch   restauriert   wurde.   Zum   Dahlienfest   im   Jahre   2000 kehrte   auch   nach   100   jähriger   Abwesenheit   die   Statue   der   Göttin   Demeter,   eine   Abformung   vom   über   2000   Jahre   alten   Original   aus   der Dresdner   Skulpturensammlung,   in   den   Tempel   zurück.   Die   Köstritzer   hatten   ihre   „Weiße   Frau“   wieder.   Der   junge   Karl   Friedrich   Schinkel   weilte zwischen   1801   und   1802   mehrmals   in   Köstritz   und   lieferte   dem   Grafen   Heinrich   XLIII.   Entwürfe   für   einen   Schlossneubau,   zu   dem   es   aber   aus Geldmangel   nicht   kam.   Das   im   Laufe   der   Jahrhunderte   baufällig   gewordene   Herrenhaus   des   Schlosses   musste   1972   abgerissen   werden.   An seinem   Ort   wurde   1995   ein   repräsentatives   Hotel   errichtet,   das   heute   nach   seinem   Umbau   2009   als   das   Seniorenheim   „Lebensabend   im Schloßhotel“ betrieben wird.
In Köstritz lebten und wirkten mehrere Persönlichkeiten, die starke internationale Beachtung und national hohe Anerkennung fanden. Details dazu sind hier zu finden.
Die NS-Zeit schlug auch in Bad Köstritz tiefe Wunden. In der Nacht vom 12. zum 13. April 1945 werden bei ihrem Marsch durch Bad Köstritz im Schlosspark 43 Häftlinge von der SS ermordet. An ihrem gemeinsamen Grab  auf dem Friedhof errichtete die Stadt 1948 ein schlichtes Mahnmal - jährlich Ort des ehrenden Gedenkens der Opfer und Ausgangspunkt eines „Buchenwald-Laufes“ von Bad Köstritz über Gera nach Weida. Nach dem II. Weltkrieg entstanden in Industrie und Landwirtschaft neue Strukturen. Die Einwohnerzahl stieg durch Kriegsflüchtlinge und Umsiedler auf fast 6000. Doch in den Nachkriegsjahren ging es für viele um das reine Überleben, nur langsam zog wieder Normalität ein. Zur Brauerei und der Chemischen Fabrik gesellt sich, 1945 als „Ein-Mann-Betrieb“ gegründet, die spätere Metallwarenfabrik (MEWA), sie war zeitweise in Europa größter Produzent von Spaten.  Ab 1905 erhielt Köstritz eine zentrale Wasserversorgung mit einer Kanalisation und die Stromversorgung durch eine Dampfmaschine im heutigen Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr begann. Die wirtschaftliche und kommunale Entwicklung setzte sich auch nach dem 1. Weltkrieg fort und machte Köstritz für seine Einwohner, die Besucher und Kurgäste zu einem Ort, der mit seinen Vereinen, Chören und Gesellschaften, den zahlreichen Gaststätten, Pensionen, Hotels und kulturellen Einrichtungen vieles zu bieten hatte. Gute Gründe, dass Köstritz 1926 den Staatstitel „Bad“ und im September 1927 auch die lange fälligen Stadtrechte verliehen bekam.
Bad Köstritz wächst! Auf der Gebind entstanden die Wohnblöcke des „Rosa-Luxemburg-Ring“ und die Eigenheime „Am Sonnenweg“ und in der „Straße der Freundschaft“. 1970 war Baubeginn für ein großräumiges Leichtathletikstadion, die angrenzende Sporthalle wurde 1976 eingeweiht. In den 1980er Jahren schufen alle drei großen Köstritzer Betriebe neue Industriebauten zur Modernisierung und Steigerung der Produktion. So entstand eine völlig erneuerte Schwarzbierbrauerei, das Chemiewerk baute die Molekularsiebanlage und in der Metallwarenfabrik wuchsen neue Hallen für Schaltschränke.
Mit der deutschen Wiedervereinigung vollzog sich in Bad Köstritz eine Entwicklung, die den Ort in vielfacher Hinsicht voran brachte. Bei der Privatisierung der Industrie fanden alle drei großen Betriebe, die Schwarzbierbrauerei, das Chemiewerk und die MEWA, Investoren aus den alten Bundesländern und aus den USA. Handwerk, Handel und Dienstleistungen haben im Gewerbegebiet „Elsteraue“ und im Industrie- und Gewerbepark „Heinrichshall“ ihre Firmensitze gefunden. Die großen landwirtschaftlichen Flächen im Umland des Ortes, bis 1991 vom Volkseigenen Gut Aga bewirtschaftet, nutzt heute der Nachkomme des Hauses Reuß-Köstritz in Pacht über eine Güterverwaltung. 1993 begannen die Bauarbeiten für das Wohngebiet „Am Rosenhügel“, in dem heute über 120 Eigenheime stehen. Die Wohnparks „Am Birkenhain“ und „Am Erlicht“ folgten. 1998 rekonstruierte die Köstritzer Wohnstätten GmbH das „Haus des Gastes“ als eine Stätte des kulturellen Lebens mit der Kleinen Galerie GUCKE, der Bad Köstritz-Information, der Stadtbibliothek und Begegnungsstätten für mehrere Vereine. Am traditionsreichen Standort des Sanatoriums eröffnete 1999 eine moderne Seniorenresidenz mit einem Neubau, der heute als das Seniorenzentrum AZURIT hohes Ansehen genießt. Im Jahr 2001 erfolgte die Grundsteinlegung für einen modernen  Kindergarten-Neubau, der noch im gleichen Jahr feierlich eingeweiht wurde. Lichtdurchflutete große Räume boten damals bereits 144 Kinder Platz. Nach einem Erweiterungsbau 2011 konnte die Kapazität auf 162 Plätze gesteigert werden. 2012 wurde das Leichtathletikstadion wettkampfgerecht nach internationalen Standards saniert und im Jahr 2013 konnte auf dem „Drehling“ - realisiert durch eine großzügige Spende des Chemiewerkes Bad Köstritz - der Neubau der „Kurt-Leopold-Sportstätte“ mit einem Funktionsgebäude für die Fußballer und Kegler feierlich übergeben werden. Bad Köstritz ist den Besuch und sein aktives Erleben wert. Die ostthüringische Kleinstadt an der Weißen Elster bietet ein naturorientiertes Ambiente in einer reizvollen Umgebung. Sie ist durch die verkehrsgünstige Lage allseits gut erreichbar und eignet sich hervorragend als Startpunkt für Visiten zu den touristischen Zentren und Kulturstädten in Ostthüringen und Westsachsen.
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Chronik von Bad Köstritz  

Zur Geschichte von Bad Köstritz  

Bad   Köstritz   an   der   Küste   eines   warmen   Meeres?   Der   Blick   des   Betrachters   schweift   über   eine   Inselkette,   die   im weiten   Bogen   eine   Lagune   umrahmt?   Kühne   Fantasie?   Nicht   ganz!   Wir   müssen   das   Rad   der   Geschichte   nur   255 Millionen    Jahre    zurückdrehen.    Die    Inselreihe    lässt    sich    am    „Dreistöckigen    Steinbruch“    im    Eleonorental nachweisen,    sowie    Ablagerungen    von    Kalkalgen    und    Moostierchen    des    Zechsteinmeeres,    die    den    heutigen Korallenriffen   ähneln.   Vom   Erdaltertum   bis   zur   Eiszeit   finden   sich   hier   die   Spuren   unserer   geologischen   Vergangenheit.   Das Elstertal   um   Bad   Köstritz   ist   schon   seit   der   Jungsteinzeit   besiedelt.   Es   gibt   viele   Funde   von   Knochen   und   Steinwerkzeugen bei   Siedlungen,   Wällen   und   Grabstätten   aus   jener   Zeit.   Bekannt   und   erforscht   sind   die   Gräber   bei   Gleina   und   Seifartsdorf, jene im Cossenforst und im Köstritzer Vogelherd an der Herrenallee. Der    Ortsname    weist    auf    eine    slawische    Erstbesiedlung    hin,    die    bis    in    die    Zeit    der    Völkerwanderungen    des    5.    bis    8. Jahrhunderts   zurückreichen   könnte.   Die   Bezeichnung   "kostricz"   taucht   erstmals      in   einer   Urkunde   vom   23.   Mai   1364   auf, welche   die   Ausdehnung   des   Burgwartums   Langenberg   beschreibt,   als   die   Herren   zu   Gera   dieses   Gebiet   von   den   Herren   zu Plauen    kauften.    Einige    umliegende    Dörfer    fanden    bereits    200    Jahre    früher    urkundliche    Erwähnung.    So    mussten    die Bewohner   des   Dürrenberges   schon   seit   1230   Wein   an   das   Kloster   Posa   bei   Zeitz   liefern.   Im   Domarchiv   zu   Naumburg   ist vermerkt,   dass   1320   am   Ort   bereits   eine   Kirche   steht,   die   1507   nach   einem   Brand   neu   errichtet   wird.   Der   1820   nach   Plänen von    Karl    Friedrich    Schinkel    baulich    veränderte    Turm    erhebt    sich    mit    seinem    leuchtend    goldenem    Kreuz    nach    einer aufwendigen Renovierung 1999 weithin sichtbar über den Park und die Stadt. In   den   Kirchenbüchern   von   1495   finden   wir   Namenslisten   von   Bürgern,   die Brauzins     zu     entrichten     hatten,     sowie     die     Rechnung     über     eine     neue Braupfanne   von   1507.   Beides   belegt,   dass   Köstritz   und   sein   Bier   schon   seit dem   15.   Jahrhundert   eng   verbunden   sind.Im   16.   Jahrhundert   gesellte   sich   zur Landwirtschaft   und   zum   Brauen   auch   der   Bergbau.   In   etwa   20   Stollen   wurde   in und   um   Köstritz   nach   Kupfer,   Silber   und   Schwerspat   gegraben.   Über   lange Zeit   gab   es   in   Köstritz   neben   vielen   Bauernhöfen,   drei   Rittergüter:   den   Oberen, den   Mittleren   und   den   Unteren   Hof.   Sie   gehörten   lange   Zeit   den   Herren   von Wolframsdorf,   bevor   sie   ab   1678   in   den   Besitz   der   Grafen   Reuß-Schleiz   j.L. gelangten.Heinrich   I.   begründete   1690   das   Paragium   Reuß-Schleiz-Köstritz als   Apanage   für   seinen   zweitgeborenen   Sohn.   1704   bezog   Heinrich   XXIV.   als   1.   Paragiatsherr   die   erneuerte   Köstritzer Residenz.   In   einem   Zeitraum   von   über   100   Jahren   entstanden   am   Schloss   barocke   Lust-   und   Nutzgärten,   aus   denen   um 1785   der   etwa   35   ha   große   Park   im   englischen   Landschaftsstil   mit   einer   Vielfalt   von   Architekturen   hervor   ging.   Bereits   zu dieser   Zeit   wird   ein   „Musentempel“   erwähnt,   der   1999   als   ionisch-klassizistischer   Rundtempel   denkmalpflegerisch   restauriert wurde.   Zum   Dahlienfest   im   Jahre   2000   kehrte   auch   nach   100   jähriger   Abwesenheit   die   Statue   der   Göttin   Demeter,   eine Abformung   vom   über   2000   Jahre   alten   Original   aus   der   Dresdner   Skulpturensammlung,   in   den   Tempel   zurück.   Die   Köstritzer hatten   ihre   „Weiße   Frau“   wieder.   Der   junge   Karl   Friedrich   Schinkel   weilte   zwischen   1801   und   1802   mehrmals   in   Köstritz   und lieferte   dem   Grafen   Heinrich   XLIII.   Entwürfe   für   einen   Schlossneubau,   zu   dem   es   aber   aus   Geldmangel   nicht   kam.   Das   im Laufe   der   Jahrhunderte   baufällig   gewordene   Herrenhaus   des   Schlosses   musste   1972   abgerissen   werden.   An   seinem   Ort wurde   1995   ein   repräsentatives   Hotel   errichtet,   das   heute   nach   seinem   Umbau   2009   als   das   Seniorenheim   „Lebensabend   im Schloßhotel“ betrieben wird.
Persönlichkeiten Persönlichkeiten
In Köstritz lebten und wirkten mehrere Persönlichkeiten, die starke internationale Beachtung und national hohe Anerkennung fanden. Details dazu sind hier zu finden.
Die   NS-Zeit   schlug   auch   in   Bad   Köstritz   tiefe   Wunden.   In   der   Nacht   vom   12.   zum   13.   April   1945   werden   bei   ihrem   Marsch   durch   Bad Köstritz   im   Schlosspark   43   Häftlinge   von   der   SS   ermordet.   An   ihrem   gemeinsamen   Grab      auf   dem   Friedhof   errichtete   die   Stadt   1948   ein schlichtes   Mahnmal   -   jährlich   Ort   des   ehrenden   Gedenkens   der   Opfer   und   Ausgangspunkt   eines   „Buchenwald-Laufes“   von   Bad   Köstritz über Gera nach Weida. Nach   dem   II.   Weltkrieg   entstanden   in   Industrie   und   Landwirtschaft   neue   Strukturen.   Die   Einwohnerzahl   stieg   durch   Kriegsflüchtlinge und   Umsiedler   auf   fast   6000.   Doch   in   den   Nachkriegsjahren   ging   es   für   viele   um   das   reine   Überleben,   nur   langsam   zog   wieder Normalität    ein.    Zur    Brauerei    und    der    Chemischen    Fabrik    gesellt    sich,    1945    als    „Ein-Mann-Betrieb“    gegründet,    die    spätere Metallwarenfabrik (MEWA), sie war zeitweise in Europa größter Produzent von Spaten.  
Ab 1905 erhielt Köstritz eine zentrale Wasserversorgung mit einer Kanalisation und die Stromversorgung durch eine Dampf- maschine im heutigen Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr begann. Die wirtschaftliche und kommunale Entwicklung setzte sich auch nach dem 1. Weltkrieg fort und machte Köstritz für seine Einwohner, die Besucher und Kurgäste zu einem Ort, der mit seinen Vereinen, Chören und Gesellschaften, den zahlreichen Gaststätten, Pensionen, Hotels und kulturellen Einrichtungen vieles zu bieten hatte. Gute Gründe, dass Köstritz 1926 den Staatstitel „Bad“ und im September 1927 auch die lange fälligen Stadtrechte verliehen bekam.
Bad   Köstritz   wächst!   Auf   der   Gebind   entstanden   die   Wohnblöcke   des   „Rosa-Luxemburg-Ring“   und   die   Eigenheime   „Am Sonnenweg“   und   in   der   „Straße   der   Freundschaft“.   1970   war   Baubeginn   für   ein   großräumiges   Leichtathletikstadion,   die angrenzende   Sporthalle   wurde   1976   eingeweiht.   In   den   1980er   Jahren   schufen   alle   drei   großen   Köstritzer   Betriebe   neue Industriebauten   zur   Modernisierung   und   Steigerung   der   Produktion.   So   entstand   eine   völlig   erneuerte   Schwarzbierbrauerei, das Chemiewerk baute die Molekularsiebanlage und in der Metallwarenfabrik wuchsen neue Hallen für Schaltschränke.
Mit   der   deutschen   Wiedervereinigung   vollzog   sich   in   Bad   Köstritz   eine   Entwicklung,   die   den   Ort   in   vielfacher   Hinsicht   voran brachte.   Bei   der   Privatisierung   der   Industrie   fanden   alle   drei   großen   Betriebe,   die   Schwarzbierbrauerei,   das   Chemiewerk   und die MEWA, Investoren aus den alten Bundesländern und aus den USA. Handwerk,    Handel    und    Dienstleistungen    haben    im    Gewerbegebiet    „Elsteraue“    und    im    Industrie-    und    Gewerbepark „Heinrichshall“   ihre   Firmensitze   gefunden.   Die   großen   landwirtschaftlichen   Flächen   im   Umland   des   Ortes,   bis   1991   vom Volkseigenen    Gut    Aga    bewirtschaftet,    nutzt    heute    der    Nachkomme    des    Hauses    Reuß-Köstritz    in    Pacht    über    eine Güterverwaltung. 1993   begannen   die   Bauarbeiten   für   das   Wohngebiet   „Am   Rosenhügel“,   in   dem   heute   über   120   Eigenheime   stehen.   Die Wohnparks „Am Birkenhain“ und „Am Erlicht“ folgten. 1998 rekonstruierte die Köstritzer Wohnstätten GmbH das „Haus des Gastes“    als    eine    Stätte    des    kulturellen    Lebens    mit    der    Kleinen    Galerie    GUCKE,    der    Bad    Köstritz-Information,    der Stadtbibliothek und Begegnungsstätten für mehrere Vereine. Am   traditionsreichen   Standort   des   Sanatoriums   eröffnete   1999   eine   moderne   Seniorenresidenz   mit   einem   Neubau,   der   heute als das Seniorenzentrum AZURIT hohes Ansehen genießt. Im   Jahr   2001   erfolgte   die   Grundsteinlegung   für   einen   modernen      Kindergarten-Neubau,   der   noch   im   gleichen   Jahr   feierlich eingeweiht   wurde.   Lichtdurchflutete   große   Räume   boten   damals   bereits   144   Kinder   Platz.   Nach   einem   Erweiterungsbau   2011 konnte die Kapazität auf 162 Plätze gesteigert werden. 2012   wurde   das   Leichtathletikstadion   wettkampfgerecht   nach   internationalen   Standards   saniert   und   im   Jahr   2013   konnte   auf dem   „Drehling“   -   realisiert   durch   eine   großzügige   Spende   des   Chemiewerkes   Bad   Köstritz   -   der   Neubau   der   „Kurt-Leopold- Sportstätte“ mit einem Funktionsgebäude für die Fußballer und Kegler feierlich übergeben werden. Bad   Köstritz   ist   den   Besuch   und   sein   aktives   Erleben   wert.   Die   ostthüringische   Kleinstadt   an   der   Weißen   Elster   bietet   ein naturorientiertes   Ambiente   in   einer   reizvollen   Umgebung.   Sie   ist   durch   die   verkehrsgünstige   Lage   allseits   gut   erreichbar   und eignet   sich   hervorragend   als   Startpunkt   für   Visiten   zu   den   touristischen   Zentren   und   Kulturstädten   in   Ostthüringen   und Westsachsen.
Marktplatz in Bad Köstritz Heinrich-Schütz-Straße zurück zurück
1679 - 1816
700 - 1675
1826 - 1865
1876 - 1911
1912 - 1935
1936 - 1949
1953 - 1976
1979 - 1994
1995 - 2008
2009 - 2014
2015 - 2017
Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz e.V.
Archiv - Chronik
© HOV-BK e.V. 2017
Herzlich Willkommen

Chronik von Bad Köstritz  

1679 - 1816
700 - 1675
1826 - 1865
1876 - 1911
1912 - 1935
1936 - 1949
1953 - 1976
1979 - 1994
1995 - 2008
2009 - 2014

Zur Geschichte von Bad Köstritz  

Bad     Köstritz     an     der     Küste     eines     warmen Meeres?    Der    Blick    des    Betrachters    schweift über   eine   Inselkette,   die   im   weiten   Bogen   eine Lagune    umrahmt?    Kühne    Fantasie?    Nicht    ganz!    Wir müssen    das    Rad    der    Geschichte    nur    255    Millionen Jahre    zurückdrehen.    Die    Inselreihe    lässt    sich    am „Dreistöckigen         Steinbruch“         im         Eleonorental nachweisen,   sowie   Ablagerungen   von   Kalkalgen   und Moostierchen   des   Zechsteinmeeres,   die   den   heutigen Korallenriffen   ähneln.   Vom   Erdaltertum   bis   zur   Eiszeit finden    sich    hier    die    Spuren    unserer    geologischen Vergangenheit.   Das   Elstertal   um   Bad   Köstritz   ist   schon seit   der   Jungsteinzeit   besiedelt.   Es   gibt   viele   Funde   von Knochen   und   Steinwerkzeugen   bei   Siedlungen,   Wällen und   Grabstätten   aus   jener   Zeit.   Bekannt   und   erforscht sind   die   Gräber   bei   Gleina   und   Seifartsdorf,   jene   im Cossenforst     und     im     Köstritzer     Vogelherd     an     der Herrenallee. Der   Ortsname   weist   auf   eine   slawische   Erstbesiedlung hin,   die   bis   in   die   Zeit   der   Völkerwanderungen   des   5. bis      8.      Jahrhunderts      zurückreichen      könnte.      Die Bezeichnung     "kostricz"     taucht     erstmals          in     einer Urkunde     vom     23.     Mai     1364     auf,     welche     die Ausdehnung   des   Burgwartums   Langenberg   beschreibt, als   die   Herren   zu   Gera   dieses   Gebiet   von   den   Herren zu   Plauen   kauften.   Einige   umliegende   Dörfer   fanden bereits   200   Jahre   früher   urkundliche   Erwähnung.   So mussten   die   Bewohner   des   Dürrenberges   schon   seit 1230   Wein   an   das   Kloster   Posa   bei   Zeitz   liefern.   Im Domarchiv   zu   Naumburg   ist   vermerkt,   dass   1320   am Ort    bereits    eine    Kirche    steht,    die    1507    nach    einem Brand   neu   errichtet   wird.   Der   1820   nach   Plänen   von Karl   Friedrich   Schinkel   baulich   veränderte   Turm   erhebt sich   mit   seinem   leuchtend   goldenem   Kreuz   nach   einer aufwendigen   Renovierung   1999   weithin   sichtbar   über den Park und die Stadt. In     den     Kirchenbüchern von      1495      finden      wir Namenslisten                von Bürgern,   die   Brauzins   zu entrichten     hatten,     sowie die    Rechnung    über    eine neue     Braupfanne     von     1507.     Beides     belegt,     dass Köstritz   und   sein   Bier   schon   seit   dem   15.   Jahrhundert eng   verbunden   sind.Im   16.   Jahrhundert   gesellte   sich zur   Landwirtschaft   und   zum   Brauen   auch   der   Bergbau. In    etwa    20    Stollen    wurde    in    und    um    Köstritz    nach Kupfer,   Silber   und   Schwerspat   gegraben.   Über   lange Zeit   gab   es   in   Köstritz   neben   vielen   Bauernhöfen,   drei Rittergüter:   den   Oberen,   den   Mittleren   und   den   Unteren Hof.     Sie     gehörten     lange     Zeit     den     Herren     von Wolframsdorf,    bevor    sie    ab    1678    in    den    Besitz    der Grafen      Reuß-Schleiz      j.L.      gelangten.Heinrich      I. begründete   1690   das   Paragium   Reuß-Schleiz-Köstritz als    Apanage    für    seinen    zweitgeborenen    Sohn.    1704 bezog   Heinrich   XXIV.   als   1.   Paragiatsherr   die   erneuerte Köstritzer   Residenz.   In   einem   Zeitraum   von   über   100 Jahren    entstanden    am    Schloss    barocke    Lust-    und Nutzgärten,   aus   denen   um   1785   der   etwa   35   ha   große Park   im   englischen   Landschaftsstil   mit   einer   Vielfalt   von Architekturen   hervor   ging.   Bereits   zu   dieser   Zeit   wird ein    „Musentempel“    erwähnt,    der    1999    als    ionisch- klassizistischer         Rundtempel         denkmalpflegerisch restauriert    wurde.    Zum    Dahlienfest    im    Jahre    2000 kehrte   auch   nach   100   jähriger   Abwesenheit   die   Statue der   Göttin   Demeter,   eine   Abformung   vom   über   2000 Jahre        alten        Original        aus        der        Dresdner Skulpturensammlung,     in     den     Tempel     zurück.     Die Köstritzer   hatten   ihre   „Weiße   Frau“   wieder.   Der   junge Karl   Friedrich   Schinkel   weilte   zwischen   1801   und   1802 mehrmals   in   Köstritz   und   lieferte   dem   Grafen   Heinrich XLIII.   Entwürfe   für   einen   Schlossneubau,   zu   dem   es aber    aus    Geldmangel    nicht    kam.    Das    im    Laufe    der Jahrhunderte    baufällig    gewordene    Herrenhaus    des Schlosses   musste   1972   abgerissen   werden.   An   seinem Ort   wurde   1995   ein   repräsentatives   Hotel   errichtet,   das heute   nach   seinem   Umbau   2009   als   das   Seniorenheim „Lebensabend im Schloßhotel“ betrieben wird.
Persönlichkeiten Persönlichkeiten
2015 - 2017
In Köstritz lebten und wirkten mehrere Persönlichkeiten, die starke internationale Beachtung und national hohe Anerkennung fanden. Details dazu sind hier zu finden.
Die   NS-Zeit   schlug   auch   in   Bad   Köstritz   tiefe   Wunden.   In der   Nacht   vom   12.   zum   13.   April   1945   werden   bei   ihrem Marsch   durch   Bad   Köstritz   im   Schlosspark   43   Häftlinge   von der   SS   ermordet.   An   ihrem   gemeinsamen   Grab      auf   dem Friedhof   errichtete   die   Stadt   1948   ein   schlichtes   Mahnmal   - jährlich    Ort    des    ehrenden    Gedenkens    der    Opfer    und Ausgangspunkt     eines     „Buchenwald-Laufes“     von     Bad Köstritz über Gera nach Weida. Nach     dem     II.     Weltkrieg     entstanden     in     Industrie     und Landwirtschaft    neue    Strukturen.    Die    Einwohnerzahl    stieg durch   Kriegsflüchtlinge   und   Umsiedler   auf   fast   6000.   Doch in   den   Nachkriegsjahren   ging   es   für   viele   um   das   reine Überleben,    nur    langsam    zog    wieder    Normalität    ein.    Zur Brauerei   und   der   Chemischen   Fabrik   gesellt   sich,   1945   als „Ein-Mann-Betrieb“           gegründet,           die           spätere Metallwarenfabrik    (MEWA),    sie    war    zeitweise    in    Europa größter Produzent von Spaten.  
Ab 1905 erhielt Köstritz eine zentrale Wasserversorgung mit einer Kanalisation und die Stromversorgung durch eine Dampf-maschine im heutigen Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr begann. Die wirtschaftliche und kommunale Entwicklung setzte sich auch nach dem 1. Weltkrieg fort und machte Köstritz für seine Einwohner, die Besucher und Kurgäste zu einem Ort, der mit seinen Vereinen, Chören und Gesellschaften, den zahlreichen Gaststätten, Pensionen, Hotels und kulturellen Einrichtungen vieles zu bieten hatte. Gute Gründe, dass Köstritz 1926 den Staatstitel „Bad“ und im September 1927 auch die lange fälligen Stadtrechte verliehen bekam.
Bad   Köstritz   wächst!   Auf   der   Gebind   entstanden   die Wohnblöcke     des     „Rosa-Luxemburg-Ring“     und     die Eigenheime   „Am   Sonnenweg“   und   in   der   „Straße   der Freundschaft“.       1970       war       Baubeginn       für       ein großräumiges    Leichtathletikstadion,    die    angrenzende Sporthalle    wurde    1976    eingeweiht.    In    den    1980er Jahren    schufen    alle    drei    großen    Köstritzer    Betriebe neue       Industriebauten       zur       Modernisierung       und Steigerung    der    Produktion.    So    entstand    eine    völlig erneuerte   Schwarzbierbrauerei,   das   Chemiewerk   baute die   Molekularsiebanlage   und   in   der   Metallwarenfabrik wuchsen neue Hallen für Schaltschränke.
Mit    der    deutschen    Wiedervereinigung    vollzog    sich    in Bad   Köstritz   eine   Entwicklung,   die   den   Ort   in   vielfacher Hinsicht    voran    brachte.    Bei    der    Privatisierung    der Industrie     fanden     alle     drei     großen     Betriebe,     die Schwarzbierbrauerei,   das   Chemiewerk   und   die   MEWA, Investoren   aus   den   alten   Bundesländern   und   aus   den USA. Handwerk,    Handel    und    Dienstleistungen    haben    im Gewerbegebiet     „Elsteraue“     und     im     Industrie-     und Gewerbepark        „Heinrichshall“        ihre        Firmensitze gefunden.   Die   großen   landwirtschaftlichen   Flächen   im Umland    des    Ortes,    bis    1991    vom    Volkseigenen    Gut Aga   bewirtschaftet,   nutzt   heute   der   Nachkomme   des Hauses       Reuß-Köstritz       in       Pacht       über       eine Güterverwaltung. 1993   begannen   die   Bauarbeiten   für   das   Wohngebiet „Am   Rosenhügel“,   in   dem   heute   über   120   Eigenheime stehen.    Die    Wohnparks    „Am    Birkenhain“    und    „Am Erlicht“     folgten.     1998     rekonstruierte     die     Köstritzer Wohnstätten GmbH das „Haus des Gastes“   als   eine   Stätte   des   kulturellen   Lebens   mit   der Kleinen   Galerie   GUCKE,   der   Bad   Köstritz-Information, der   Stadtbibliothek   und   Begegnungsstätten   für   mehrere Vereine. Am      traditionsreichen      Standort      des      Sanatoriums eröffnete    1999    eine    moderne    Seniorenresidenz    mit einem    Neubau,    der    heute    als    das    Seniorenzentrum AZURIT hohes Ansehen genießt. Im   Jahr   2001   erfolgte   die   Grundsteinlegung   für   einen modernen      Kindergarten-Neubau,   der   noch   im   gleichen Jahr   feierlich   eingeweiht   wurde.   Lichtdurchflutete   große Räume   boten   damals   bereits   144   Kinder   Platz.   Nach einem   Erweiterungsbau   2011   konnte   die   Kapazität   auf 162 Plätze gesteigert werden. 2012   wurde   das   Leichtathletikstadion   wettkampfgerecht nach    internationalen    Standards    saniert    und    im    Jahr 2013   konnte   auf   dem   „Drehling“   -   realisiert   durch   eine großzügige   Spende   des   Chemiewerkes   Bad   Köstritz   - der   Neubau   der   „Kurt-Leopold-Sportstätte“   mit   einem Funktionsgebäude   für   die   Fußballer   und   Kegler   feierlich übergeben werden. Bad   Köstritz   ist   den   Besuch   und   sein   aktives   Erleben wert.    Die    ostthüringische    Kleinstadt    an    der    Weißen Elster    bietet    ein    naturorientiertes    Ambiente    in    einer reizvollen        Umgebung.        Sie        ist        durch        die verkehrsgünstige     Lage     allseits     gut     erreichbar     und eignet   sich   hervorragend   als   Startpunkt   für   Visiten   zu den      touristischen      Zentren      und      Kulturstädten      in Ostthüringen und Westsachsen.
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